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Celle Stadt Retrospektive zeigt Werke von Ursula Krause-Oehme in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Retrospektive zeigt Werke von Ursula Krause-Oehme in Celle
18:06 03.11.2014
Vernissage „Ursula Krause Oehme - Werke aus 30 Jahren“ Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Rund 60 Stillleben der in Mainz lebenden Künstlerin Ursula Krause-Oehme zeigt die Galerie Halbach noch bis zum 24. November in einer retrospektiven Ausstellung mit Werken aus drei Jahrzehnten. Stillleben, deren Gegenstände ihrer natürlichen Umgebung entfremdet und – ihrer eigentlichen Sphäre beraubt – in einer nach ästhetischen Gesichtspunkten komponierten Anordnung aufgebaut sind. Dabei reduziert die Künstlerin ihre Stillleben auf wenige Gegenstände, die sie mit akribischer Exaktheit und hohem technischen Können künstlerisch gestaltet, absolut naturgetreu wiedergibt, geradezu fotorealistisch und gleichsam körperlich greifbar.

Jedes Bild spiegelt ihre spürbare Liebe zum Detail und entsteht aus einem filigranen Prozess des Abtastens formaler und farblicher Äquivalenzen zwischen den einzelnen Bildelementen – vornehmlich Alltagsutensilien sowie Gläsern, Blüten, Früchten, ja bisweilen sogar Schmetterlingen –, die sie zu Ensembles zusammenfügt, in denen sie in geradezu poetischer Ruhe miteinander in einen Dialog treten. Heraus kommen ungemein schöne Arbeiten von malerischer Performance, die eine große kontemplative Ruhe und Innerlichkeit ausstrahlen.

„Sie löst die Dinge aus ihrem gewohnten Umfeld“, stellt Galeristin Ute Halbach-Meinecke im Vorwort des zur Ausstellung erschienenen Kataloges fest und verweist dabei auf die Ästhetik und die reizvollen Farbharmonien. Die Künstlerin feiere das Alltägliche und Simple: „Sie schult unser Auge für die Ästhetik des Nebensächlichen, des Schlichten und Reduzierten.“ In der Tat: Es ist auf fesselnde Weise faszinierend, wie Krause-Oehme stets aufs Neue dem malerischen Reiz der ausgewählten Sujets und damit einhergehend der Poesie des scheinbar Bedeutungslosen nachzuspüren scheint. Man hat mitunter das Gefühl, die Künstlerin wolle das den scheinbar toten Gegenständen innewohnende geheime Leben in der Wiedergabe sichtbar werden lassen, wenn sie einfache, gelegentlich gedanklich hintergründige Motive, mit einzigartigem Raffinement zu beseelen weiß. In der Klarheit des Bildaufbaus, im Nuancenreichtum des Kolorits und in den feinen Abstufungen des Lichtes.

Echte „Hingucker“ sind auch die Signaturen, die die Künstlerin auf einem wie zufällig auf den Malgrund gelegten kleinen Zettel quasi zum integralen Bestandteil der Bildkomposition werden lässt. „Ein charmantes Detail“, schwärmt Ute Halbach-Meinecke und fühlt sich angesichts der Exponate an ein Zitat Leonardo da Vincis erinnert: „Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.“

Von Rolf-Dieter Diehl