Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Rettungs-Heli haut Celler Orgel-Pfeife um
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rettungs-Heli haut Celler Orgel-Pfeife um
14:38 09.04.2018
Von Michael Ende
Ein „Christoph"-Rettungshubschrauber ist in der Nacht, als die Orgelpfeife umfiel, über die Heese geflogen - aber ist er auch für den Defekt am Musikinstrument verantwortlich?
Celle Stadt

Paulusgemeinden-Kirchenvorstand Bernd Jedamzik hatte behauptet, dass in der Nacht mehrere Helikopter so niedrig über die Heese geflogen seien, dass Anwohner in der Königsberger Straße aus dem Schlaf gerissen worden seien, Gläser in den Schränken geklirrt hätten und durch "Schwingungen und Erschütterungen" die Orgelpfeife aus ihrer Verankerung gefallen sei. Jedamzik hatte gemutmaßt, dass ein militärischer Tiefflieger für den Pfeifen-Absturz verantwortlich gewesen sein könnte.

Jeder Flug wird registriert: Celles Bundeswehr-Standortältester Oberstleutnant Jörn Rohmann, der das Wietzenbrucher Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit kommandiert, kündigte daraufhin an, den Vorfall untersuchen zu lassen. Jetzt präsentiert er das "eindeutige Ergebnis". "Es lautet, dass in der Nacht zum Donnerstag, 22. März, über dieses Gebiet kein militärisches Luftfahrzeug, sondern ein ziviler Rettungshubschrauber bei einem Einsatzflug auf direktem Weg zum AKH in Celle geflogen ist", so Rohmann. Auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland werde jeder einzelne Flug überwacht und könne nachträglich im Hinblick auf seinen Flugweg, Flughöhe und Fluggeschwindigkeit exakt nachvollzogen werden, erklärt der Oberstleutnant. Genau dies sei bei der Untersuchung geschehen und habe zu diesem objektiven und anhand der vorliegenden Daten jederzeit nachvollziehbaren Ergebnis geführt.

Normalerweise vermeiden Luftfahrzeuge der Bundeswehr so weit wie möglich den Überflug bewohnter Gebiete. "Die festgelegten An- und Abflugwege zum Flugplatz in Wietzenbruch sind für militärische und zivile Luftfahrzeuge bindend. Davon darf nur dann auf Anweisung des Kontrollturms abgewichen werden, wenn die Flugsicherheit gefährdet ist oder das Retten von Menschenleben dies erfordert", ergänzt Rohmann.

Leben in Gefahr: In der Lärm-Nacht sei es tatsächlich um ein Menschenleben gegangen, sagt AKH-Pressesprecher Robert Berrisch auf CZ-Nachfrage: "Es war ein Christoph-Rettungshubschrauber, der in der Nacht einen Patienten mit lebensbedrohlichem Pumpversagen des Herzens von der Intensivstation abgeholt hat. Er wurde in ein Herzzentrum geflogen, da der Transport per Wagen zu lange gedauert hätte."

Nicht versichert? Jedamzik kann nicht glauben, dass der Helikopter nicht sehr tief geflogen ist: "Der war so laut – wir dachten, der landet direkt in unserem Schlafzimmer." Ob die Orgel versichert ist? Immerhin sind Orgelpfeifen in einer Kirche ja so etwas wie "Hausrat". Jedamzik: "Ich fürchte, dafür kommt keine Versicherung auf." Der Kirchenvorstand glaubt weiterhin, dass ein Hubschrauber die Orgel zu Fall gebracht hat: "Die können ja nicht einfach so von alleine umfallen." Können sie doch – zum Beispiel in Regensburg. Bei der betagten Orgel in der dortigen St. Wolfgang-Kirche waren 2017 gleich mehrere Pfeifen umgefallen. Einfach so.

Es war vor allem die Harmonie, die in diesem Konzert zweier junger und doch höchst erfahrener russischer Musikerinnen so überzeugte. Das ist wenig erstaunlich, sind die Violinistin Tanja und die Pianistin Anna doch Zwillinge und seit ihrem dritten Lebensjahr auch verbunden in der Liebe zur Musik. Mit einem abwechslungsreichen Repertoire aus Werken von Beethoven und Brahms über Sibelius bis hin zu Stücken russischer Komponisten wie Prokofjew, Rachmaninow und Tschaikowski begeisterten sie das Publikum in der Evangelisch-reformierten Kirche („Hugenottenkirche“) in Celle.

08.04.2018

73 Jahre nach dem Celler Massaker kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges haben am Sonntag rund 30 Celler vor allem der mindestens 170 KZ-Insassen gedacht, die nach Bombardierung eines Güterzuges von Cellern ermordet wurden.

Dagny Siebke 08.04.2018

Für viele Celler ist es die perfekte Kombination: Bester Sonnenschein, 60 schicke Flitzer vor historischer Fachwerk-Kulisse, leckeres Essen von den Foodtrucks und coole Irish-Folk-Musik. All das hat Tausende Besucher am verkaufsoffenen Sonntag in die Celler Altstadt gelockt. Viele schlenderten lässig mit Sonnenbrillen von einem Erlebnis zum anderen.

Dagny Siebke 08.04.2018