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Celle Stadt Rettungsring für Haesler-Schule
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rettungsring für Haesler-Schule
17:23 09.11.2018
Von Michael Ende
Quelle: Marcus Jacobs
Celle

Dass Celles Stadtbaurat Ulrich Kinder während einer Sitzung des Bauausschusses den Raum verlässt, passiert nicht oft. Doch am Donnerstag stand er auf und ging wortlos hinaus. Draußen griff er zu seinem Handy. Als Kinder wieder hereinkam, umspielte ein zufriedenes Lächeln seine Züge. Dann verkündete er die gute Nachricht: "Ich habe eben mit unserer SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann gesprochen. Sie hat mir mitgeteilt, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages 10,5 Millionen Euro für die Sanierung der Altstädter Schule und der Siedlung Blumläger Feld zugesagt hat." Damit könne man jetzt die Rettung der teilweise stark heruntergekommenen Bauten des Bauhaus-Architekten Otto Haesler konkret in Angriff nehmen.

Dass dies bitter nötig sei, hatte zuvor im Ausschuss der auf den Erhalt von Baudenkmalen spezialisierte Architekt Professor Oskar Spital-Frenking geschildert: "Mit der Altstädter Schule haben sie in Celle ein Baudenkmal von nationalem Rang, das kaum noch als solches zu erkennen ist." Durch An- und Umbauten sei die Schule weit von dem entfernt, was einmal an architektonischer Qualität ins Auge gesprungen sei. Die ehemals lichtdurchflutete Schule sei heute "traurig dunkel", durch einen angeflanschten Pavillon verhunzt, ihrer einst einmaligen Aula beraubt und vom Zahn der Zeit arg angenagt.

Um eine Fassaden- und Fenstersanierung werde man nicht herumkommen, sagte Spital-Frenking, der vorschlug im nächsten Jahr die Außenhaut der Schule zu sanieren und zunächst einen Klassenraum komplett so herzurichten, wie es im Sinne Haeslers gewesen wäre: "Dann hätten Sie auch etwas, das Sie schon im Bauhaus-Jahr präsentieren könnten." In ein bis zwei Jahren könnte man die gesamte Schule saniert haben.

"Über die Millionen, die uns der Bund jetzt zugesagt hat, haben wir die Chance, die Finanzierung der Schule und der Wohnsiedlung auf den Weg zu bringen", so Kinder, der schätzte, dass der zugesagte Bundesanteil ungefähr die Hälfte der erforderlichen Investitionssumme ausmache. Nun gelte es, auch beim Land nach Zuschüssen zu fragen: "Im nächsten Jahr wollen wir loslegen und zumindest schon einmal einen Muster-Klassenraum präsentieren."

„Gerade im Hinblick auf das Jahr 2019, wenn bundesweit 100 Jahre Bauhaus gefeiert wird, sind die Bundesmittel ein schönes Zeichen", so Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU). Mit „Barock trifft Bauhaus“ werde Celle das würdigen, was die Stadt unter anderem ausmache: "Das ist zum einen das einzigartig geschlossene Fachwerkensemble der Altstadt. Das ist zum anderen vor allem aber auch das einzigartige Erbe Otto Haeslers. Ihm verdanken wir, dass man beim Blättern im Weltatlas der Architektur unweigerlich auf Celle stößt." Die finanzielle Unterstützung des Bundes aus dem Programm zum Erhalt bedeutender Baudenkmale helfe daher sehr, so Nigge: "Wie und in welcher Form diese nun bestmöglich und wirtschaftlich eingesetzt werden, müssen wir jetzt innerhalb der Verwaltung klären.“

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