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Celle Stadt „Richtig Dampf“ auf Celler E-Center-Kessel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Richtig Dampf“ auf Celler E-Center-Kessel
16:26 05.05.2015
Von Michael Ende
Biotop-Entwicklung unerwünscht: An Ecke 77er Straße/Wehlstraße sollen noch in diesem Jahr die Bagger rollen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Man wolle lediglich verhindern, dass sich an der Ecke 77er Straße/Wehlstraße ein schützenswerter Biotop entwickle, hieß es jahrelang aus dem Celler Rathaus, wenn die Frage aufkam, warum dieses Grundstück in Top-Lage von Vegetation befreit wurde. An die lapidare Aussage, die Stadt wolle so „Entwicklungschancen“ offen halten, hatte man sich bereits gewöhnt. Doch nun soll dort tatsächlich ein wichtiges Stück Stadtentwicklung über die Bühne gehen. Der Investor stehe „in den Startlöchern“, sagte der städtische Stadtplaner Wolfgang Schucht jetzt im Bauausschuss.

An der Ecke will der Supermarkt-Betreiber Jürgen Cramer ein Objekt errichten, das Wohnen und Handel unter einem Dach vereint. Für Wohnzwecke sollen dort mehr als 3000 Quadratmeter zur Verfügung stehen; die Verkaufsfläche des E-Centers soll ebenfalls diese Größe haben. Geplant sei kein SB-Warenhaus, sondern ein Lebensmittel-Supermarkt, der keine Konkurrenz zum Handel in der Altstadt darstellen und 120 Mitarbeitern Brot und Lohn sichern solle, hieß es, bevor die Politik im November grünes Licht für das Vorhaben gab. Jetzt sagte Schucht im Fachausschuss, dass Cramer mit seinen Detailplanungen „auf dem richtigen Weg“ sei.

Die Verkehrsanbindung und der Anlieferverkehr für das Objekt mit seinem dreistöckigen Parkhaus sollen über die 77er Straße erfolgen, wo unter anderem ein neuer Kreisel errichtet werden soll. "Der Architekt des Investoren macht das jetzt fertig, damit es der Politik vorgestellt werden kann", so Schucht. Bis Ende Mai sollten die Zeichnungen fertig sein: "Dann können wir auch das Bebauungsplan-Verfahren weiter vorantreiben."

Stadtbaurat Ulrich Kinder ist erfreut, dass Cramer die von der Stadt zwingend geforderte Wohnbebauung an der 77er Straße nun in sein Konzept integriert habe. Um das zu erreichen, hatte die Kommune massiven Druck auf den Investor ausgeübt – vor der Einigung hatte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) zwischenzeitlich sogar das Scheitern des Vorhabens bekannt gegeben. Dieses Zerwürfnis sei längst vom Tisch, so Kinder: "Das, was jetzt entstehen soll, ist gut gemacht und richtig. Wir wollen an dieser Ecke zügig weiterkommen. Eventuell soll bereits in diesem Jahr mit dem Bau angefangen werden."

Cramer bestätigt, dass man mit Hochdruck bei der Sache sei: "Da ist jetzt richtig Dampf auf dem Kessel. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Stadt unsere Planungen so optimiert, dass alles herausgeholt wird, was man nur herausholen kann. Mitte des Jahres wollen wir unsere zukünftigen Nachbarn zu einer Informationsveranstaltung einladen, bei der wir ihnen genau vorstellen wollen, was sich bald tun wird." Dass sich bald etwas tut, davon geht Cramer aus: "Aus unserer Sicht können noch in diesem Jahr die ersten Bagger rollen."

Cramer gehe von einer Fertigstellung im Jahr 2017 aus, so Schucht: "Aber das ist eine ganz grobe Zahl. Der Teufel steckt manchmal im Detail."