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Celle Stadt Risiko für Wildunfälle im Celler Land steigt an (mit Infobox "Verhaltenstipps für Autofahrer")
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Risiko für Wildunfälle im Celler Land steigt an (mit Infobox "Verhaltenstipps für Autofahrer")
12:28 29.03.2017
Von Christopher Menge
1044 Wildunfälle gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Celle. Gerade im Frühjahr steigt das Risiko erheblich an. Autofahrer sollten daher jetzt besonders wachsam sein. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Am vergangenen Wochenende haben der Hegering Bergen, die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann und Heinz Schümer blaue Reflektoren an der Landesstraße 298 zwischen Belsen und Bergen angebracht. Diese sollen die Zahl der Wildunfälle reduzieren. Kreisjägermeister Hans Knoop hat gute Erfahrungen mit solchen Reflektoren gemacht, er warnt aber die Autofahrer, insbesondere in den nächsten Wochen besonders wachsam zu sein. „Das Wild kennt die Zeitumstellung nicht“, sagt der Jäger.

Der morgendliche Berufsverkehr und die Dämmerung fallen in den kommenden Wochen zusammen – das Risiko für Wildunfälle steigt daher erheblich. Denn Reh, Hirsch und Wildschwein folgen weiterhin ihrem natürlichen Rhythmus und sind vor allem in den Morgen- und Abendstunden auf den Läufen. „Dazu kommt, dass die Einjährigen von ihren Eltern vertrieben werden“, sagt Knoop. „Das ist von der Natur so gewollt, um Inzucht zu vermeiden.“ Das Problem: Die Tiere laufen kopflos durch die Gegend und kämpfen um die Reviere. „Mit dem Verkehr werden sie da nicht fertig“, so Knoop.

Nach den Erfahrungen des Kreisjägermeisters wird die Zahl der Unfälle durch die blauen Reflektoren reduziert, verhindert werden können die Zusammenstöße aber nicht. „Die Reflektoren helfen aber nur bei Dunkelheit“, betont Knoop, der den Autofahrern rät, langsamer zu fahren, wenn sie die Reflektoren sehen. „An diesen Straßen gibt es besonders viele Wildunfälle.“

Dass die Zahl der Wildunfälle nach der Statistik der Polizei Celle im Vergleich der Jahre 2015 und 2016 von 864 auf 1044 stieg, will Knoop nicht überbewerten. „Es gab in den vergangenen Jahren immer mal Ausreißer nach oben“, sagt er, „aber der Verkehr ist dichter geworden und auch nachts gibt keine Ruhe mehr auf den Straßen.“ Der Wolf bringe weitere Unruhe. Rehe sind vor dem Raubtier auf der Flucht und beachten den Verkehr nicht.