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Celle Stadt "Roboter-Pferde" fehlen bei Hengstparade
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Roboter-Pferde" fehlen bei Hengstparade
18:32 13.09.2017
Von Jürgen Poestges
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Vom Vierspänner über die Deutsche Jugendmeisterin der Gespannfahrer, Marcella Meinecke aus Eicklingen, bis zur Quadrille mit 24 Pferden und Hund Kira, der einen Puppen-Wagen einmal durch das Rund zog. Was im übrigen eine junge Dame aus Celle ärgerte. Denn sie heißt ebenfalls Kira und maulte: „Das ist voll der Hundename.“

Trost fand sie da bei Sarah Handke. „Kira ist ein sehr schöner Name. So heißen nicht viele Mädchen. Da bist Du was besonderes.“ Die Gestüts-Assistentin erwies sich als hervorragende Dompteuse der Kinderhorde. Sie moderierte launig, so erfuhren die Kinder nebenbei, dass ein Pferd bis zu 60 Litern Wasser am Tag trinkt. „Das ist schon eine beeindruckende Geräuschkulisse, für die die Kinder da sorgen“, sagt Handke. „Da sind die Erwachsenen bei den großen Hengstparaden deutlich zurückhaltender.“

Die Kinder gehorchten ihr aufs Wort. Gejubelt wurde auf Befehl, und das atemberaubend laut. Und auf einen Wink herrscht wieder Ruhe.

Das Landgestüt nutzt die Kinderhengstparade als Generalprobe für die „großen“ Hengstparaden. „Wir wollen aber auch schon ein bissen Werbung in eigener Sache machen“, sagt Handke. „Und vor allen Dingen soll es Werbung für das Pferd sein.“

Da waren einige Tiere darunter, die zum ersten Mal bei einer Hengstparade dabei waren. So die beiden jungen Hengste der „Ungarischen Post“, die aber brav ihren Reiter durch die Arena trugen. Und bei der Quadrille wollten einige Pferde nicht in ordentlich in der Reihe stehen bleiben. Das kam einer Lehrerin bekannt vor: „Wir haben ja auch ab und zu mal Kinder, die nicht ruhig in der Reihe stehen bleiben wollen“, sagte sie lachend.

Nebenbei gab es Jubel für ein Pferd, das auf seinem Weg ein paar Pferdeäpfel fallen ließ. Und auch Hund Kira, dem es sichtlich unangenehm war, vor dem kleinen Wagen angespannt zu werden und eine Runde zu drehen, wurde mit Sonderapplaus bedacht. Kira ließ sich auch nur noch mit Leckerlis dazu bewegen, die letzten Meter hinter sich zu bringen.

Zum Abschluss gab es etwas zum Anfeuern für alle. Die Auszubildenden des Landgestüts denken sich in jedem Jahr eine besondere Aktion aus. Dieses Mal traten zwei Zweier-Teams gegeneinander an. Zunächst mussten sie durch ein „L“ auf Hindernisstangen reiten, die am Boden lagen, dann über ein kleines Hindernis springen, durch einen Parcours reiten, absteigen, Sack hüpfen um eine Pylone, wieder auf’s Pferd und zurück zum Partner. Da ging es wieder laut zu, jede der beiden Tribünen feuerte ein Team an. „Das haben die Auszubildenden heute auch zum ersten Mal gemacht“, sagte Handke. „Sie waren schon aufgeregt, wie die Pferde reagieren und ob das alles so klappt, wie sie sich das vorgestellt haben.“

Dann kannten die Kinder kein Halten mehr. Sarah Handke hatte sich kaum verabschiedet, da strömten die Kinder-Massen in Richtung der Ställe. Pferde streicheln, etwas über das Futter erfahren und einmal ein richtiges Hufeisen anfassen. Und sich erklären lassen, wie und warum die Pferde so etwas überhaupt brauchen. Und was die Roboter-Pferde betrifft: „Wir müssen ja noch steigerungsfähig bleiben“, sagt Sarah Handke.