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Celle Stadt Roboter bei Celler Kinderuni fast so lebendig wie Menschen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Roboter bei Celler Kinderuni fast so lebendig wie Menschen
19:24 11.03.2015
Reaktion auf Sensoren: Je nach Lichteinfall bewegt sich der Roboter in eine Rechnung. - Nur bis an die Decke schaffte er es in der Vorlesung der Celler Kinderakademie nicht. Quelle: Alex Sorokin
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Erst einmal wurde in großer Runde diskutiert, ob Roboter überhaupt etwas Lebendiges wie wir Menschen sind. Dazu erläuterte Wörgötter, woran man Leben erkennt, nämlich an Bewegung, Anpassung, Vermehrung, einem komplizierten Körperbau und dem Tun komplizierter Dinge. Außerdem muss sich ein Organismus selbst organisieren können. Um zu verstehen, wie ein echter Roboter funktioniert und ob er die genannten Anforderungen von Leben erfüllt, machte Wörgötter einen Exkurs in das Fach Biologie. Es wurden schwierige Begriffe wie zum Beispiel Komplexität geklärt. Komplexität bedeutet, dass viele verschiedene Teile zusammenarbeiten. Ein anderes Fachwort war Adaption – die Fähigkeit, auf Reize und Veränderungen zu reagieren und sich weiterzuentwickeln. Schlussendlich ist beim Menschen die Kognition, das heißt die Fähigkeit eigenständig zu denken, entscheidend. Bei all diesen Definitionen fingen die Köpfe der jungen Studenten an zu rauchen.

Im Verlauf seines Vortrages zeigte der Professor seinem Publikum noch ein paar Videos von Robotern. Es gab unterschiedlichste Roboterarten zu sehen. zum Beispiel gibt es Greifroboter, die man in der Autoindustrie einsetzt, und humanoide Roboter. Diese können gehen, rennen, Musikinstrumente spielen und sogar Tätigkeiten im Haushalt übernehmen.

Zum Schluss konnten die Celler Studenten endlich selbst aktiv werden und einen sechsbeinigen Roboter testen. Dieser Roboter reagiert auf Lichtsensoren (Phototaxis), das heißt je nach Lichteinfall bewegt er sich in die entsprechende Richtung. Als allerdings eine Zuschauerin an die Decke leuchtete, musste der Roboter passen. So hoch hinaus konnte er nun wirklich nicht.

Die jungen Studenten gingen mit dem irgendwie beruhigenden Wissen nach Hause, dass Roboter den Menschen noch nicht wirklich ersetzen können.

Text von Max Demmig:

CELLE. „Lebendige Roboter“, so lautete das Thema mit dem sich die Studenten der Celler Kinderuni am vergangenen Dienstag befassten. Prof. Dr. Florentin Wörgötter aus Göttingen erklärte den eifrigen Studenten alles rund um das Thema Roboter und woran man erkennt, ob sie lebendig sind oder nicht.

Zuerst beantwortete er grundlegende Fragen, wie zum Beispiel „Was ist ein Roboter?“ oder „Woraus besteht ein Roboter?“. Anschließend erläuterte er, woran man erkennt, ob ein Gegenstand lebt oder nicht. Dazu wies er auf einige Merkmale hin. Die wichtigsten Merkmale hängen mit der Bewegung zusammen. Anhand dieser Merkmale erklärte er, dass Menschen, Tiere und Bakterien leben. „Im Gegensatz zu uns Menschen leben Steine und Kristalle nicht.“, erläuterte der Professor. Nun stellte der Prof. Dr. Wörgötter mit seinen beiden Assistenten Chao-Feng und Dennis einige Roboter vor. Dies fand der neunjährige Matthis aus Winsen sehr interessant. Die verschiedenen Roboter hatten alle unterschiedliche Fähigkeiten. Ein Roboter reagierte auf Bewegungen, ein andere lief einer Linie nach und ein dritter wich Objekten aus. Der Professor erklärte zu jedem Roboter den Zusammenhang mit der Tierwelt. Er sagte, dass bei dem Bau eines neuen Roboters, die Entwickler sich immer an der Tierwelt orientieren. „Den Zusammenhang zwischen Robotern und Tieren nennt man Bionik.“ sagte der Professor. Weiterhin erklärte er, dass sich das Wort Bionik aus den Wörtern BIOlogie und TechNIK zusammensetzt.

Nun zeigte er den Studenten einige Videos von berühmten Robotern wie zum Beispiel Armar und Asimo. Diese Roboter sind Humanoide, das heißt, dass sie wie Menschen funktionieren sollen. Abschließend sagte der Professor, dass es innerhalb der nächsten 100 Jahre einen Roboter geben könnte, der wie ein echter Mensch funktioniert. Nun hatten die Studenten noch ein wenig Zeit, um die Roboter genauer unter die Lupe zu nehmen. Dies fanden alle sehr aufregend.

Von Frida Maecker und Max Demmig