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Celle Stadt Rocker in Celle: Stadt setzt Nadelstiche gegen geplanten Rockerclub der Hells Angels
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rocker in Celle: Stadt setzt Nadelstiche gegen geplanten Rockerclub der Hells Angels
17:39 13.12.2013
Von Michael Ende
Die Stadt Celle will den Rockerclub nicht einfach so erlauben.
Celle Stadt

Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung zu den Ansiedlungsplänen der "Hells Angels" in Celle im Bereich Dasselsbrucher Straße/Neues Land? Was tut sie, um die "Sicherheitspartnerschaft" zwischen Stadt und Landkreis Celle sowie Polizei und Staatsanwaltschaft zu unterstützen? Das hatte der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch die Landesregierung im Rahmen einer kleinen Anfrage gefragt. Am Freitag erhielt er eine Antwort.

In Celle seien drei Rocker-Gruppen bekannt, hieß es: "Derzeit können der Gruppierung der Hells Angels, Ortsgruppe Südheide, sieben Mitglieder sowie dem unmittelbaren Umfeld dieser Gruppe weitere acht Personen zugeordnet werden." Dem zum Unterstützerumfeld der "Hells Angels" zugehörenden "Red Devils MC" würden sieben Personen zugerechnet. Der mit den "Hells Angels" verfeindete "Mongols MC, Dark District" hätte Mitgliederabgänge zu verzeichnen und bestehe derzeit aus fünf bis sechs Personen.

"Von Seiten der Polizeiinspektion Celle sind die einschlägigen polizeilichen Maßnahmen im Sinne der Rahmenkonzeption zur Bekämpfung der Rockerkriminalität intensiviert worden und werden konsequent fortgesetzt", hieß es: "Spezifische Maßnahmen der Landesregierung zur Unterstützung der vereinbarten Sicherheitspartnerschaft werden situativ getroffen." Adasch empfand die Antworten als "sehr allgemein gehalten - ich hätte mir etwas Konkreteres gewünscht."

Unterdessen praktiziert die Stadt Celle das, was OB Dirk-Ulrich Mende (SPD) als „Strategie der Nadelstiche“ bezeichnet. Man versucht, der Etablierung eines Rocker-Treffs in der ehemaligen Gastwirtschaft „Dolce Vita“ Steine in den Weg zu legen. Während der Landkreis derzeit prüfe, ob auf der Baustelle Schwarzarbeiter beschäftigt worden seien, habe die Stadt den Mieter der Immobilie darauf hingewiesen, dass dort private Versammlungen nicht ohne Weiteres möglich seien, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: „Wir hatten den Mieter angeschrieben und ihm mitgeteilt, dass eine Nutzung für private Treffen und Feierlichkeiten ebenfalls eine Baugenehmigung erfordere.“ Bisher sei die Festsetzung im Bebauungsplan „Beispielbauvorhaben – Ladentrakt“ gewesen: „Ob eine wie auch immer geartete neue Nutzung genehmigungsfähig ist, kann man erst sagen, wenn der Bauaufsicht entsprechende Unterlagen wie ein Bauantrag mit ausführlicher Betriebsbeschreibung vorliegen.“

Warum braucht man eine neue Baugenehmigung, wenn man dort, wo schon eine Kneipe war, eine neue Kneipe eröffnen will? Sieht das nicht so aus, als würde die Stadt - wenn auch mit verständlichen Motiven - mit zweierlei Maß messen? Fischer: „Das wäre richtig. Nach uns vorliegenden Informationen plant man dort aber einen Club ohne Zutritt für die Öffentlichkeit. Insofern würde es sich um eine Nutzungsänderung handeln, die einer Genehmigung bedarf. Das wird jetzt geprüft.“ Am Donnerstag habe die Verwaltung ein Schreiben vom Anwalt des Mieters per Fax erhalten, so Fischer: „Das muss jetzt ausgewertet werden. Nach erster Kenntnisnahme scheint der Inhalt unserer Rechtsauffassung zu widersprechen. An unserer grundsätzlichen Haltung in der Angelegenheit ändert sich zunächst einmal nichts.“ Michael Ende