Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Rolltreppen in Celle: Ganz schön bewegend
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rolltreppen in Celle: Ganz schön bewegend
18:26 14.03.2017
Celle Stadt

Heute also schon Fahrtreppe gefahren? So lautet nämlich die offizielle Bezeichnung für die Rolltreppe. Und die wird heute 125 Jahre alt. Also allen guten Grund den Geburtstag mit einer genüsslichen Fahrt auf einem der gängigsten Massenverkehrsmittel zu feiern. Während eine der ersten Rolltreppen noch eine Jahrmarktattraktion war, ist sie heute etwas Selbstverständliches.

Rechts stehen, links gehen: Dieses Motto ist in vielen deutschen Großstädten vertreten. Verstöße dagegen werden hart geahndet. Von bösen Blicken bis Schubsern ist die Palette der Bestrafungen sehr breit. „90 Prozent der Unfälle in Kaufhäusern gehen auf die verkehrte Nutzung von Rolltreppen zurück“, erklärt die Karstadt-Mitarbeiterin Heike Bravo. „Rollatoren oder Kinderwagen haben darauf nichts zu suchen. Das führt schnell zu gefährlichen Stürzen.“ Den Mythos, der eingeklemmten Schnürsenkel oder Finger, räumt Bravo aus dem Raum. „Das ist technisch nicht möglich.“ Also eine klare Entwarnung seitens der Mitarbeiterin. Damit der Verkehr auf dem „Massenbeförderungsmittel“ auch immer fließt, wird im Celler C&A-Haus einmal jährlich die Technik gewartet.

Unter den Rolltreppen-Benutzern gibt es verschiedene Typen, die sich durch die Celler Kauflandschaft transportieren lassen. Dem Gehetzten kann es nicht schnell genug gehen. Deshalb eilt er die Treppe hoch und drängt sich an den Mitmenschen vorbei. Sein größter Feind ist der „Rechthaber“. Diese Spezies von Rolltreppenfahrern nimmt die ganze Breite der Treppe ein, da ist kein Vorbeikommen. Der auf den Coolness-Faktor setzende Selbstinszenierer lehnt sich lieber lässig mit einem Unterarm auf den Handlauf. In der anderen Hand sein Smartphone. Wichtige Geschäfte werden hier von der Rolltreppe getätigt.

Dabei lässt er sich auch nicht von der gestressten Mutter stören, die ihre Kinder versucht beisammenzuhalten. Nur einer lässt sich von dem Treiben nicht aus der Ruhe bringen: Der Entspannte. Freihändig, mit den Händen in den Taschen, geht er auf seine Tour. Lächelnd genießt er die Fahrt.