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Celle Stadt Rosé vom Celler Weinberg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rosé vom Celler Weinberg
11:56 30.07.2018
Von Dagny Siebke
Pächter Udo Schüßler (links) und Winzer Wolfgang Janß sind zuversichtlich, dass es dieses Jahr eine gute Weinlese in Celle geben wird. Einige Trauben der Rebsorte Regent sind schon zur Hälfte reif. Blaue Netze schützen sie vor gierigen Staren. Quelle: Dagny Siebke
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Alle zwei Wochen schaut Udo Schüßler, wie es um die Reben am Celler Weinberg bestellt ist. Er ist Pächter des Grundstücks hinter dem Alten Bremer Weg. Der 39-jährige Wathlinger wird professionell unterstützt von Winzer Wolfgang Janß, der seit vielen Jahren mit seinem Stand auch auf dem Celler Weinmarkt präsent ist. Beim Anblick der Trauben sagt der Experte aus Rheinland-Pfalz: „Die Reben sehen richtig gut aus. Da macht die Arbeit Spaß.“ Schließlich sind im vergangenen Jahr fast 90 Prozent des üblichen Ertrags dem Frost zum Opfer gefallen. Nur drei Zehn-Liter-Eimer konnten vom „Celler Schlossblick“ abgefüllt werden. Laut Pachtvertrag muss Schüßler 40 Prozent der Ausbeute an die Stadt abführen. Der „Celler Schlossblick“ wird dann zu besonderen Anlässen ausgeschenkt.

Der Weinberg wurde 1984 auf Ratsbeschluss angelegt. Zunächst wurde hier Weißwein angebaut. Winzerin und Pächterin Gudrun Reske-Achenbach schwenkte jedoch 2004 auf trockenen Rotwein um, da die Rebsorte Regent pilztolerant ist. Seit 2017 kümmert sich Udo Schüßler um die 99 Reben am Weinberg. Vor drei Wochen musste er die Trauben jedoch in blaue Netze hüllen. „Die Stare fressen nicht nur ein paar Trauben, sondern richten an den Reben noch mehr Schaden an“, erklärt Wolfgang Janß. „Hagel wäre jetzt das Schlimmste, was uns noch passieren könnte. Da der Weinberg nah an der Aller liegt, fällt die Trockenheit hier zum Glück nicht ins Gewicht.“ Denn die Reben werden übers Grundwasser versorgt. Zudem wird der 3000 Quadratmeter große Rebgarten rundherum von Bäumen geschützt. Udo Schüßler ergänzt: „Ab halb elf knallt die Sonne hier richtig drauf. Die Trauben brauchen nur vier oder fünf Stunden Temperatur. So bekommen sie nicht zu viel und nicht zu wenig Hitze.“ Er setze keine Chemie ein, nur Humus und Pferdemist. „Das hier ist reine Natur, wir müssen noch nicht mal künstlich bewässern.“

In fünf bis sechs Wochen kann die Weinlese beginnen. „Das wird ein Fest“, betont Udo Schüßler. Morgens um 7 Uhr will der Wathlinger mit Wolfgang Janß loslegen, bis um 9 Uhr alle Trauben eingesammelt sind: „Wir wollen die Trauben kühl nach Hause bringen, da sie sonst Fruchtaroma verlieren.“ Bis 13 Uhr will der Pächter des Weinbergs den Ertrag ins 450 Kilometer entfernte Guntersblum fahren. Auf dem Weingut von der Familie Janß in Rheinland-Pfalz wird dann die traditionelle Maische angerührt. Auf dem Rhein-Terrassenhof wachsen auf 14 Hektar insgesamt 24 verschiedene Rebsorten.

„Wir könnten auch Rosé aus den Trauben machen“, schlägt Udo Schüßler vor. „Das ist gerade total im Trend.“ Bei der Herstellung sei jedoch mehr Handwerk gefragt. „Man muss genau schauen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um die Schale abzuziehen.“ Danach muss der Roséwein nur vier bis sechs Wochen in Edelstahlfässern reifen. Rotwein braucht dafür sechs bis zwölf Monate im Holzfass.

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