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Celle Stadt Rotary Club Celle spendiert Bedürftigen Drei-Gänge-Menü
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rotary Club Celle spendiert Bedürftigen Drei-Gänge-Menü
17:37 26.12.2017
Ein Drei-Gänge-Menü für Bedürftige hat der Rotary Club Celle in den Räumen der Celler Tafel organisiert. Vorsitzender Wolfgang Schwenk half beim Servieren der Speisen. Quelle: Oliver Knoblich
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Noch bevor sich die Türen des Tansey-Hauses an der Uferstraße am Nachmittag des 24. Dezembers öffneten, hatten sich vor dem Gebäude bereits einige munter schwatzende Grüppchen versammelt. „Man hat den Eindruck, dass sich alle hier besonders viel Mühe geben, nett zueinander zu sein, weil heute Heiligabend ist“, fand Klaas Endler vom Rotary Club Celle. Auch in diesem Jahr hatten die Rotarier wieder rund 40 Bedürftige zum Weihnachtsessen in die Räume der Celler Tafel eingeladen. „Ich habe das Gefühl, es wird immer besser angenommen“, sagte Endler. „Diesmal mussten wir schon einen Tisch im Foyer dazustellen.“

Liebevoll gedeckte Tische mit Kerzen und Servietten, weihnachtliche Akkordeon-Musik und ein leckeres Drei-Gänge-Menü: Gemeinsam versuchten der Rotary Club und das Team der Celler Tafel all den Menschen ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten, denen es eben nicht so gut geht – weil sie auf der Straße leben, arm sind oder allein. „Es ist der harte Kern, der sonst auch immer zur Abendtafel kommt“, so Hermann Striebeck, Schatzmeister bei der Tafel. „Man kennt schon die Geschichten, die dahinter stecken, und weiß, wie man mit jedem Einzelnen umgehen muss.“ Das Tafel-Team hatte zudem noch für jeden Gast eine weihnachtliche Geschenke-Tüte gepackt. „Darin sind vor allem Dinge für den täglichen Gebrauch, wie Handtücher, Duschgel oder Seife“, verriet Striebeck, „dazu noch Suppe und ein paar Süßigkeiten.“

Er freue sich, dass man Weihnachten so gut und fröhlich beginnen könne, erklärte Wolfgang Schwenk, Vorsitzender der Celler Tafel, der mithalf, den Bedürftigen das Festmahl – bestehend aus Hochzeitssuppe, Gänsebrust, Kartoffelgratin, Rotkohl und Eis – zu servieren. „Wir nehmen uns diese Zeit an Heiligabend gerne, das ist ein guter Start in die Feiertage.“ Einiges wanderte sogleich in mitgebrachte Keksdosen, die der ein oder andere Gast unauffällig aus seiner Tasche zog. „Das ist oft zu viel Essen auf einmal“, sagte Striebeck, „das schaffen manche gar nicht. Da geben wir dann auch gerne 'Doggie-Bags' mit nach Hause.“

Denn den Menschen, die sich an der Uferstraße mit gespendeten Lebensmittel versorgen, mit Respekt zu begegnen – das hat sich die Tafel auf die Fahnen geschrieben. „Das Weihnachtsessen heute hat relativ wenig damit zu tun, was wir sonst hier machen“, erläuterte Striebeck. „Wir sammeln Lebensmittel und geben diese an Bedürftige weiter.“ Dass immer mehr Menschen auf Einrichtungen wie die Tafel angewiesen seien, finde man erschreckend. „Aber Armutsbekämpfung ist nicht unsere Aufgabe, das ist Sache der Politik“, betonte Schwenk. „Unsere Aufgabe ist es, den existierenden Überfluss an Lebensmittel zu nehmen und ihn an diejenigen zu verteilen, die ihn brauchen.“

Von Christina Matthies