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Celle Stadt "Rübenmaus" bringt süße Feldfrüchte auf den Weg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Rübenmaus" bringt süße Feldfrüchte auf den Weg
18:05 29.10.2015
In der Kabine der Rübenmaus hat Maschinist Martin Barz die süßen Früchte unter sich immer im Blick. Quelle: Benjamin Westhoff
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"Rübenmaus" nennt sich die Maschine, die die Feldfrüchte verlädt. Das ist stark untertrieben, in Wahrheit ist es ein Koloss, der vorn mit einer Arbeitsbreite von über acht Metern die Rübenmiete in sich reinschlingt, im Innern von Kraut und Erde befreit und mit dem "Überlader" auf die Lastwagen neben dem Feld speit. Ein schwerer Ausleger zur anderen Seite verhindert ein Umkippen und balanciert, der Maschinist sitzt in seiner Kabine über den Rüben, vor sich Display, Knöpfe, Joystick, Lenkrad. Bis zu 550 Tonnen Rüben bringt der Gigant pro Stunde auf den Weg. Nur noch sieben bis acht Prozent Ackerboden haften dann an den Früchten.

Noch etwa zwei Wochen wird die Zuckerrübenernte nach den Worten von Kreislandwirt Jürgen Mente dauern. Sie begann Mitte September, die ersten Landwirte erhalten eine Frührodeprämie, da die Rüben dann eigentlich noch wachsen. Sechs Reihen holt ein Rübenvollernter gleichzeitig aus der Erde, er nimmt die erste Vorreinigung der süßen Früchte vor. Seinen Bunkerinhalt kippt er am Feldrand sauber als Miete ab, damit später die Maus ungehindert zur Tat schreiten kann.

2200 Hektar Zuckerrüben haben die Landwirte im Kreis in diesem Jahr angebaut, 200 Hektar weniger als im Vorjahr. 2014 und 2013 waren nach Mentes Worten sehr gute Rübenjahre, dieses Jahr ist eher durchschnittlich. Im vergangenen Jahr überschritten die Landwirte ihre Zuckerquote, weshalb sie den Anbau in diesem Jahr reduzierten. Pro Hektar werden laut Mente zwischen 55 und 75 Tonnen Rüben geerntet. Wurden die Rüben des vergangenen Jahres noch bis Januar in die Zuckerfabrik Uelzen geliefert, soll die aktuelle Rübenkampagne zwischen Weihnachten und Neujahr enden.

Von Joachim Gries