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Celle Stadt Rückendeckung fürs Landgestüt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rückendeckung fürs Landgestüt
17:10 15.02.2012
Von Heiko Hartung
Arbeitskreis Haushalt und Finanzen besichtigt Landgest¸t Celle (von links): Thomas Adasch, Landgest¸tsleiter Axel Brockmann, Reinhold Hilbers und Landwirtschaftsminister a. D. Hans-Heinrich Ehlen. Quelle: Peter M¸ller
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Hengstparaden, Hannoveranerzucht – das Landgestüt Celle ist eines der großen Aushängeschilder Niedersachsens. Das lässt sich das Land einiges kosten: Knapp 2,5 Millionen Euro fließen dieses Jahr an den Landesbetrieb in der Spörckenstraße. Das wird jedoch auch mit Argwohn beäugt: „Teile der Opposition, namentlich Grüne und Linke, hinterfragen in Haushaltsdebatten die Daseinsberechtigung des Landgestüts kritisch“, meint Celles Landtagsabgeordneter Thomas Adasch (CDU). Auf seine Initiative hat sich daraufhin der Arbeitskreis Haushalt und Finanzen der CDU- und FDP-Landtagsfraktion am Dienstag vor Ort ein Bild über die Situation gemacht. Dabei stärkten die Abgeordneten dem Gestütsleiter Axel Brockmann den Rücken. „Wir stehen zum Landgestüt. Hier wird gute Arbeit geleistet“, sagte Reinhold Hilbers, haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU.

Brockmann verteidigt die Haushaltszuwendungen: „König Georg II. hat das Landgestüt 1735 aus volkswirtschaftlichen Erwägungen gegründet. Wir sind nicht nur ein Wirtschaftsbetrieb sondern auch ein Kulturgut. Wenn man diese Tradition erhalten will, kostet das nun einmal Geld.“ Gleichwohl will er das Defizit senken: Die Landeszuschüsse für den Ankauf von Hengsten für den Zuchtbetrieb sind um 170.000 Euro erhöht worden. „Das ist nötig, um beim Ankauf weniger auf Investoren angewiesen zu sein“, so Brockmann. Momentan müssten von den Gewinnen durch Hengst-Verkäufe und Deckeinnahmen jährlich etwa eine Million Euro an die privaten Geschäftspartner ausgezahlt werden. „Diesen Anteil wollen wir in den kommenden fünf Jahren auf unter 500.000 Euro drücken.“

Brockmann hatte den Landtagsabgeordneten zuvor bei einem Rundgang die durch das Konjunkturpaket II geförderten Projekte gezeigt. 2,2 Millionen Euro waren seinerzeit in die Standorte in Celle und Adelheidsdorf geflossen. Unter anderem wurden davon historische Gebäude renoviert, Wasch- und Führanlagen installiert und Material wie Sättel gekauft. Mit Blick auf das 300-jährige Jubiläum der Personalunion des Königreichs Hannover mit Großbritannien in zwei Jahren merkte Brockmann an, dass „die Stadt Celle das Landgestüt ruhig noch stärker touristisch vermarkten könnte“, als dies derzeit der Fall sei.