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Celle Stadt SPD: Erdkabel auf der Suedlink-Trasse oder gar nichts
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SPD: Erdkabel auf der Suedlink-Trasse oder gar nichts
18:18 14.11.2014
Celle Stadt

Für den Verlauf der Suedlink-Trasse durch den Landkreis Celle gibt es aus Sicht der SPD im Celler Kreistag nur zwei Alternativen: entweder unterirdisch als Erdkabel oder gar nicht. Das machte Rolf Meyer am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und ländlichen Raum unmissverständlich klar. Er regte eine entsprechende Resolution des Celler Kreistags an und nannte das die Basis der Diskussion. Meyer prophezeite zudem: „Und das wird überall so passieren.“

Auf Antrag der Grünen waren Vertreter des Übertragungsnetzbetreibers Tennet in den Ausschuss gekommen und hatten den aktuellen Stand der Planung für die Suedlink-Trasse vorgestellt, die Wilster in Schleswig-Holstein mit Grafenrheinfeld in Bayern verknüpfen und Windstrom von der Küste nach Süddeutschland transportieren soll. Tetiana Chuvilina-Büschgens von der Tennet-Konzernrepräsentanz Berlin machte deutlich, dass die derzeit laufende Vorbereitungsphase mit Infomärkten und Bürgerbeteiligung sowie der Findung von alternativen Trassenverläufen ein rein freiwilliges Verfahren sei, das dem offiziellen Planungsverfahren vorgeschaltet worden sei. Derzeit werde der Antrag vorbereitet, der dann zum Jahresende bei der Bundesnetzagentur eingereicht werde.

Nach der Prüfung des Antrags würden Regionalkonferenzen ausgerichtet, bei denen Bürger und Behörden Einwendungen vorbringen könnten. Erst 2018 werde ein Trassenkorridor von einem Kilometer Breite festgelegt, auf dem dann bis 2020/21 der genaue Verlauf der 800 Kilometer langen Gleichstromverbindung festgelegt werde, sagte Chuvilina-Büschgens. „Es werden keine Häuser überspannt“, stellte sie klar. Im Innenbereich sähen die gesetzlichen Bestimmungen einen Abstand von 400 Metern zur Wohnbebauung vor, im Außenbereich von 200 Metern. Wo die Leitung dichter an die Häuser komme, werde verkabelt.

„Natürlich wäre eine Vollverkabelung zu begrüßen“, sagte Ernst-Ingolf Angermann (CDU). Allerdings werde die Verbindung dann sechs bis acht Mal so teuer. Er plädierte dafür, sich aber auch mit Alternativen zu befassen.

„Es wird nicht zu einer Vollverkabelung kommen“, sagte Chuvilina-Büschgens. Überhaupt nur sieben Fabriken in Europa stellten dieses Kabel her, so dass es aufgrund der Marktprobleme dann zu einem Bau der Trasse im Jahr 2035 käme.

Gerald Sommer (Grüne) griff die Frage von Meyer nach einer Trassenführung entlang der A7 auf. „An der Autobahn ist eh alles versaut“, sagte Sommer. Die Tasse entlang der A7 hielten die Celler Grünen nach wie vor für richtig.

Von Joachim Gries