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Celle Stadt SPD: Hardinghaus soll gehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SPD: Hardinghaus soll gehen
21:38 28.06.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Eigentlich gehören Erste Stadträtin Susanne Schmitt und Stadtbaurat Matthias Hardinghaus zum selben Team. Im „roten“ Rathaus unter SPD-Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende sollten die beiden Christdemokraten nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl vor drei Jahren die Fahne der Celler CDU hoch halten. Doch das Verhältnis der beiden scheint zerrüttet. Schmitt möchte nicht länger als Buhmann für Fehler herhalten, die Hardinghaus zu verantworten hat.

Ende April hatte Schmitt ihrem Kollegen bereits vorgeworfen, seine Haushaltsplanungen nicht im Griff zu haben. Die vergessenen Anschlüsse der neuen Feuerwehrhauptwache an das Versorgungsnetz der Stadt Celle haben den Zwist zwischen den beiden nun zugespitzt. Der interne Vermerk der Verwaltung, in dem festgehalten wird, dass das Baudezernat für diesen Fehler verantwortlich ist, stammt aus dem Fachdienst Finanzwirtschaft und dieses untersteht Kämmerin Schmitt.

Wer den Auftrag erteilt hat, den Gegebenheiten um die vergessenen Anschlüsse noch einmal nachzuspüren, mochte Oberbürgermeister Mende nach der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses nicht sagen. Ihm selbst sei der Vermerk bekannt. „Ich bedaure, dass hier der Eindruck entstanden sein könnte, dass in der Verwaltung nicht Hand in Hand gearbeitet wird“, machte Mende gute Miene zum bösen Spiel. Doch um diese Zusammenarbeit scheint es zwischen Schmitt und Hardinghaus nicht gut bestellt zu sein – zumindest, was die Feuerwehrhauptwache angeht.

Im Mai hatte Hardinghaus dem Rat mitteilen müssen, dass man noch einmal 168.000 Euro für die Versorgungsanschlüsse benötige. Gegenüber der Politik rechtfertigte er sich damals damit, dass das Baudezernat an den Vertragsverhandlungen und am Vertragsabschluss nicht wesentlich beteiligt gewesen sei. Ein Affront gegenüber Schmitt – hatte Hardinghaus damit zwar verklausuliert, aber dennoch öffentlich der Ersten Stadträtin die Schuld in die Schuhe geschoben. Denn das PPP-Projekt wurde von ihrem Finanzressort betreut.

Was Hardinghaus damals nicht sagte, findet sich im internen Vermerk wieder. Kernaussage: Gerade in der Frage der Anschlüsse war das Baudezernat maßgeblich beteiligt. Letztlich ging das Projekt nach der Vertragsunterzeichnung übrigens an Hardinghaus' Dezernat zurück. Hier hätten die Kosten für die Anschlüsse angemeldet werden müssen. Dieser Ansicht ist auch Mende. „Das PPP-Projekt war neu für die Verwaltung. Möglicherweise ist es in der Bauabteilung deshalb unterblieben, die einzelnen Posten noch einmal abzuprüfen“, so Mende.

In der Politik kommt der Umgang von Hardinghaus mit seinem Versäumnis nicht gut an. „Hardinghaus hat Formulierungen gewählt, die die wahre Verantwortung verschleiern“, meinte Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel. Bei der SPD geht man noch einen Schritt weiter. Fraktionsvorsitzender Jürgen Rentsch legt Hardinghaus nahe, seinen Posten aufzugeben. „Unser Vertrauen in die Zusammenarbeit ist schwer erschüttert. Wir haben das Thema vor ein paar Wochen schon einmal fraktionsübergreifend besprochen. Da hätte der Stadtbaurat merken müssen, dass er sich besser nach etwas anderem umsieht“, sagte Rentsch.

Die CDU will Hardinghaus allerdings nicht fallen lassen. Die Probleme zwischen den beiden CDU-Stadträten sind der Partei allerdings nicht verborgen geblieben, wie Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers zugibt. Er hat bereits mit beiden Vier-Augen-Gespräche geführt. Er legt Schmitt und Hardinghaus ein klärendes Gespräch nahe. Ob es etwas bringen wird? Gevers: „Beide haben sehr genaue Vorstellungen davon, was sie machen.“