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Celle Stadt SPD fordert anonyme Bewerbungen in Celler Kreisverwaltung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SPD fordert anonyme Bewerbungen in Celler Kreisverwaltung
17:35 21.07.2014
Von Simon Ziegler
Quelle: dpa
Celle Stadt

„Modellprojekte in Unternehmen und anderen kommunalen Verwaltungen haben gezeigt, dass bei anonymen Bewerbungsverfahren die Chancen zum Beispiel für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund steigen, einen Job zu bekommen. Die Unternehmen und Verwaltungen haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte Inga Stephan, Personalausschussvorsitzende und Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion.

Die Bewerber werden bei einer anonymen Bewerbung nicht nach Name, Alter oder Geschlecht, sondern lediglich nach fachlicher Qualifikation ausgewählt. Erst im Bewerbungsgespräch werden die persönlichen Daten offen gelegt. Ein solches Verfahren wurde bereits erstmals bei der Ausschreibung für die Stelle des neuen Kreisrates praktiziert. In dem Verfahren hatte sich Bernd Niebuhr aus Langenhagen durchgesetzt, der dann im Kreistag gewählt wurde. Stephan: „Mit dem anonymisierten Bewerbungsverfahren sinkt die unbewusste Diskriminierung bei der Einstellung, deshalb wollen wir es nun für alle Stellenausschreibungen festlegen.“ Der Landkreis Celle könne sich damit als fortschrittliche Verwaltung aufstellen und für eine größere Vielfalt in der Personalstruktur sorgen, so die SPD-Abgeordnete.

Das SPD-Papier wird jetzt im Personalausschuss des Kreistages beraten. Innerhalb der nächsten drei Monate soll die Verwaltung ein Konzept zur Diskussion stellen. Dann wird die Politik darüber entscheiden.

Gute Erfahrungen hat die Stadt Celle mit anonymen Bewerbungen gemacht, sagte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende der CZ. Die Stadt hatte 2010 an einem bundesweiten Modellprojekt teilgenommen und anschließend beschlossen, an dem Verfahren festzuhalten. Inzwischen sind 40 Stellen bei der Stadt oder ihren Tochterunternehmen auf diesem Weg besetzt worden – darunter auch Spitzenposten wie Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Edathy oder Stadtbaurat Ulrich Kinder. Die Stelle des Ersten Stadtrates ist jetzt ebenfalls im anonymen Verfahren ausgeschrieben worden. 36 Kandidaten haben sich auf den Posten beworben, so Mende.

„Wir haben eine ganze Reihe von positiven Erfahrungen gemacht. Das ist der richtige Weg“, sagte der Oberbürgermeister zu den anonymen Bewerbungen. Dann gehe es einzig und allein darum, den Bewerber mit der besten Qualifikation auszuwählen. Durch die Vorgehensweise mache man sich auch frei von dem Vorwurf, dass Stellen unter der Hand besetzt würden.