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Celle Stadt SVO ändert Tarifstruktur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SVO ändert Tarifstruktur
17:49 27.02.2012
Celle Stadt

Der lokale Energieversorger SVO ändert seine Preisstruktur im Strombereich. So wird das Angebot auf drei Tarife gestrafft und der klassische Tarif ist ab dem 1. Mai nicht mehr der billigste. Ab diesem Zeitpunkt bezieht ein Kunde seine Energie von der SVO am günstigsten, wenn er sich auf zwölf Monate vertraglich verpflichtet. Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3500 Kilowatt zahlt dann im Jahr brutto 854,24 Euro. Das wären 2,40 Euro mehr als im bisherigen günstigsten klassischen Tarif, der monatlich kündbar war.

Wer diesen weiter benutzen will, muss laut dem Unternehmen mit 907,75 Euro im Jahr rechnen, also gut 50 Euro mehr. Zum gleichen Preis wird auch Naturstrom angeboten. „Bei der Umstellung der Stromtarife haben wir die Aufwandsbetrachtung als Rechnungsgröße festgelegt“, sagt Kersten Koschoreck, Vertriebsleiter der SVO-Vertrieb GmbH. Wenn ein Kunde wechsele, verursache das Kosten. Zudem würde ein Zwölf-Monats-Vertrag dem Unternehmen Planungssicherheit geben, mit der es am Strommarkt agieren könne. Mit dieser Umstellung passt sich die SVO anderen Anbietern auf dem Markt an.

Dass der klassische Tarif nach der Umstellung genauso teuer sein wird wie Naturstrom sieht die SVO als einen Versuch, um die erneuerbaren Energien nach vorne zu bringen. „Bisher ist viel geredet worden, aber wenig passiert. Wir möchten mit diesem Angebot ausprobieren, ob die Kunden den Naturstrom besser annehmen“, sagt Koschoreck. In Umfragen hatte die SVO immer eine hohe Zustimmung zu diesem Angebot. Tatsächlich genommen haben das aber deutlich weniger, weil es auch bedeutet, mehr dafür zu zahlen.

Für den leichten Preisaufschlag im Vergleich zum vorher günstigsten Tarif sind laut Koschoreck zwei Faktoren verantwortlich. Zum einem gab es eine geringfügige Erhöhung der Umlage für die Erneuerbaren Energien, zum anderen schlägt die sogenannte Paragraf-19-Umlage mit 0,18 Cent brutto pro Kilowattstunde zu Buche. Mit diesem Geld werden große Stromabnehmer aus der Industrie subventioniert. Insgesamt machen Steuern und Abgaben inzwischen 47 Prozent am Strompreis aus.

Und ob damit das Ende der Fahnenstange für dieses Jahr erreicht ist, können die Verantwortlichen noch nicht sagen. „Das Konto für Einspeisevergütung war Ende des Jahres ziemlich im Minus. Wir hätten deshalb eine deutliche Erhöhung erwartet. Die ist aber überraschend nicht gekommen“, sagt Koschoreck. Das wiederum mag politische Gründe haben, denn die Bundesregierung hatte verkündet, dass durch die Energiewende die Ökoenergie-Umlage nicht steigen würde. Und was nicht sein darf, das ist dann wohl auch nicht – zumindest vorläufig. Die Preisgarantie des 12-Monats-SVO-Tarifs beziehen sich aber nur auf die Teile, die der Versorger beeinflussen kann, nicht aber solche externen Abgaben. Das ist bei den meisten anderen Anbietern auch so.

Ein Ausblick gab Koschoreck auch für den Gasmarkt. Hier erwartet der Versorger, dass er das Niveau halten kann, trotz deutlich gestiegener Ölpreise. Die beiden Preise würden zunehmend entkoppelt. Das nutze die SVO.

Von Tore Harmening