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Celle Stadt Sänger mit Unterhaltungswert begeistern Celler
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sänger mit Unterhaltungswert begeistern Celler
17:24 05.11.2017
Der A-cappella-Chor basta mit seinem Programm „Freizeichen“ am 03.11.17 in der ausverkauften Halle 10 der CD-Kaserne Quelle: Peter Bierschwale
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Der mit drei Tenören, Bariton und Bass besetzte Chor setzte gleich mit dem ersten Lied ein Zeichen, in welche Richtung das Konzert gehen würde: Die Sänger trugen fast ausschließlich eigene Lieder mit ausgezeichnetem A-Capella-Gesang vor, der einen sympathischen Kontrast zu den satirischen, oft auch selbstironischen Texten bildete.

Gleich bei ihrem ersten Lied „Offline“ bekannten sie sich als Internet-süchtig: „Ja, ihr Lieben, es wird Zeit für etwas Unerreichbarkeit!“ Immerhin zwei Stunden würden sie offline gehen – ohne „Wischen, Ziehen, Swipen, Liken“.

Beim nächsten Lied griffen sie ein Thema auf, das inzwischen von vielen Künstlern verwendet wird: Die auf Veranstaltungen mitgeschleppten Partner, die eigentlich gar keine Lust auf die Veranstaltung haben. Das Thema ist eigentlich abgefrühstückt, aber das entsprechende Lied hatte Ohrwurm-Charakter und war nett zu den Verschleppten: „Schön, dass du gekommen bist, auch wenn es gegen deinen Willen ist.“

Dann stellten sie mit Bariton Hannes Herrmann ihr neues Mitglied vor, das seit einem Jahr dem Ensemble angehört. Dem Geläster seiner Kollegen über ihr „Küken“ setzte Herrmann entgegen, dass er sich intensiv mit den 70er Jahren auseinandergesetzt habe und erklärte mit Blick auf seine Kollegen, dass er „vier Zeitzeugen“ gefunden habe.

Wie andere A-Cappella-Chöre auch, zeigte basta, warum diese Musik für das Publikum so attraktiv ist: Als A-Cappella-Sänger muss man über eine herausragende Solo-Stimme verfügen, was dann wiederum nahe legt, sich im Lead-Gesang abzulösen. Das erhöht neben der Choreografie den Unterhaltungswert deutlich.

Der Gesang unterschied sich kaum von dem anderer A-Cappella-Chöre: schöne Harmonien, abwechslungsreiche Arrangements, das Nachahmen von Instrumenten und Percussion-Klängen mit dem Mund und Musik mit tollen Rhythmen und eingängigen Melodien. Den Clou von bastas bildeten jedoch die Texte, die immer wieder aktuelle Themen im Comedy-Stil aufarbeiteten.

In dem Lied „Laktosetolerant“ spotteten sie über die heute schon zwanghafte Mode, eine „Nahrungsmittelunverträglichkeit“ vorweisen zu müssen. Hannes Hermann beschrieb in dem Lied, wie man schnell zum Außenseiter wird, wenn man sich im Café einen „Milchkaffee mit Kuhmilch“ statt mit Sojamilch bestellt: „Ich bin ‚ne Schande für dieses schöne Land, denn ich bin laktosetolerant. Und damit nicht genug, denn ich muss hier gestehen, ich vertrag nicht nur Laktose, sondern auch Gluten.“ Berlin-Mitte sei für ihn mit so einer „Behinderung“ tabu. Dafür gab es viel Applaus.

Von Peter Bierschwale