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Celle Stadt Samba-Feuerwerk in der „Grotte“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Samba-Feuerwerk in der „Grotte“
13:30 04.03.2012
Marcia Bittencourt & Solid Jazz bei ihrem Konzert in der "Grotte". Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Der Ohrenschmaus, den das temperamentvolle Quintett bot, war eine Mischung aus Samba, Bossa und Jazz, gewürzt mit Latino-typischer „Tristeza“ und „Emocion“, immer durchzogen von einem Hauch „Saudade“, dieser sanften Melancholie und der darin verborgenen unstillbaren Sehnsucht nach Schönem, nach Liebe und Glück.

Mit Songs wie „So Danco Samba“ und „O Nosso Amor“ brachte Bittencourt die brasilianische Lebensfreude authentisch auf die Bühne, mit einer ungemein ausdrucksstarken Stimme, die aber immer wieder sanft in die Musik hineinlauschte, um sich nach eingestreuten Instrumental-Soli ihrer kongenialen musikalischen Begleiter wieder an den Song heranzuschleichen. Zwischen tänzelndem Bossa-Groove und glühend heißer Samba konnte sie mal anschmiegsam und mit einem direkt greifbaren Gefühl intonieren, dann auch draufgängerisch und mit enormer Durchzugskraft mitreißen. Unter diesem Fluss von Bittencourts Gesang, der auch in rasantem Scatting nichts von seinem Charme einbüßte, sorgten die instrumentalen Unterströmungen und Verwirbelungen immer wieder für ein eigenes Kräftefeld. Die Band mit Nicolai Thein (Keyboard), Alexander Hartmann (Saxofon), Stefan Weeke (Bass) und Felix Astor (Schlagzeug) schaffte nicht nur eine „passende“ Grundlage für den Gesang, um dessen Charakter eingängig zu verstärken, sondern fügte ihm quasi zusätzliche Ebenen hinzu. So hallte die lyrische Empfindung der Gesangsstimme weiter in einem instrumentalen Untergrund und zauberte eine Atmosphäre leidenschaftlicher Gefühlswelten in die „Grotte“.

Von Rolf-Dieter Diehl