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Celle Stadt Sanierungsarbeiten an Schloss: Besuch bei einer alten Dame
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sanierungsarbeiten an Schloss: Besuch bei einer alten Dame
17:27 24.04.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Eines hat der Pariser Eiffelturm mit dem Celler Schloss gemeinsam: Gefühlt steht immer an irgendeiner Stelle ein Baugerüst. Momentan sieht die opulente Ostfassade so aus, als hätte Christo sie höchstpersönlich eingewickelt. Doch hinter der Plane setzen ungefähr 20 Bauarbeiten seit Anfang des Jahres emsig ihre Arbeit fort. Etwa zehn verschiedene Gewerke sind hier am Werk und das bei laufendem Betrieb in Museum, Schlosstheater und Management-Akademie.

„Wenn es gut läuft und wir keine Überraschungen mehr erleben, könnten wir zur Adventszeit fertig sein“, erzählt Architekt Marten Meyer-Bothling vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide (SBLH). "Das Schloss ist sehr pflegeintensiv. Seitdem wir den Innenhof modernisiert haben, wandern wir um das gesamte Gebäude und sanieren die alte Dame."

Etwa mehr als 7000 Bauwerke verwaltet das SBLH. „Das Celler Schloss ist zwar nicht unsere größte Baustelle, aber die schönste“, sagt Baugruppenleiter Helmut Matterne. Das Land Niedersachsen ist Eigentümer des Celler Schlosses. Seit Anfang der 1990er Jahre flossen insgesamt 35 Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten an der früheren Welfen-Residenz. Allein die Modernisierung des Schlosstheaters von 2012 bis 2014 hat 12,8 Millionen Euro gekostet. Für die Sanierung des Ostflügels hin zur Stadtseite werden 800.000 Euro veranschlagt. "Eine barocke Anlage will sich zeigen. Die Bauunterhaltung ist sehr aufwendig, damit das Schloss anmutig bleibt", ergänzt Matterne.

„Die Renaissance-Erker unter dem Dach sind besonders in die Jahre gekommen“, erläutert Meyer-Bothling. Die Erker neigen sich etwa um 12 Grad zum Dach hin. „Es muss auch die Holzbalkendecke repariert werden. Wenn wir nichts tun, wird der Schaden nur größer“, betont der Architekt. So musste im Februar das Museum für Militärgeschichte ausziehen. Bevor die Bauarbeiter das ganze Schloss auf den Kopf stellen, machen die Experten des SBLH Voruntersuchungen. „Wir schauen, was uns erwart und wie wir am besten handeln können“, erklärt Meyer-Bothling. An einem Erker liegt nun die Holzbalkendecke frei. Man sieht, dass hier im 15. Jahrhundert mitunter ganze Baumstämme verbaut wurden. Die Haustechnik ist mittlerweile ungefähr 30 Jahre alt und genügt nicht mehr unbedingt den heutigen Ansprüchen.

Hinter dem Klavier im Residenzmuseum wurde unauffällig eine Zwischenwand eingezogen, die das Fenster verbirgt. Auch hier im kleinen Versuchsraum werden Proben genommen. Das ungefähr 100 Jahre alte Fenster ist noch gut intakt und wurde nicht verändert, direkt dahinter wurde einfach ein zweites Fenster eingebaut.

An der Ostfassade wird jeder Maueranker, der Holzbalken fixiert, kontrolliert, ob er rostig oder sogar schon locker ist. Auch jede Fuge wird genau inspiziert. Denn überall, wo sich feine Risse und kleine Spalten bilden, kann Feuchtigkeit eindringen und viel Schaden anrichten. „Manchmal reicht es einen Riss zu verputzen und manchmal ist es besser den gesamten Bereich zu erneuern“, betont Meyer-Bothling. Unten an den Renaissance-Erkern sind die heiklen Stellen mit einem blauen Kreuz markiert. Nach und nach legt Patrick Bleschke das Mauerwerk mit dem Drucklufthammer frei. Doch schon bald soll die Haut der alten Dame in neuer Frische erstrahlen.

„Greetings from the City that never sleeps", so der Urlauber Ralf Phillips.

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Dagny Siebke 24.04.2018