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Celle Stadt Schäden durch fremde Tierarten im Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schäden durch fremde Tierarten im Landkreis Celle
19:47 21.05.2015
Dieser Nutria war kürzlich zu Gast im Müdener Heidesee. Kleines Bild: Auch Waschbären und Marderhunde vermehren sich im Landkreis Celle schnell.  Quelle: Shane Lazenby
Celle Stadt

Die Biberratte, so wird die Nutria auch genannt, ist einer von vielen Neozoen, die in den vergangenen Jahren im Landkreis Celle heimisch wurden. Das berichtete Kreisjägermeister Hans Knoop in der Sitzung des Umweltausschusses. Als Neozoen werden Tiere bezeichnet, die ursprünglich nicht in einer Region beheimatet waren und jetzt nach und nach einwandern.

Grundsätzlich wäre das kein Problem, wenn sie nicht erhebliche Schäden in der Natur und teilweise auch an menschlichen Gebäuden verursachen würden. Als Beispiel nahm Knoop die Nutria. Ursprünglich wurden sie auf Pelzfarmen in Ostdeutschland gehalten. Die Pelze werden heute nicht mehr verarbeitet. Einige Tiere gelangten von dort in die Freiheit, und sie vermehren sich schnell. „Nutrias haben zweimal, in guten Jahren sogar dreimal Nachwuchs”, sagt Knoop.

Die Tiere verursachen in den Uferbereichen große Schäden. Sie legen ihre Bauten in der Böschung an und schleppen den dabei anfallenden Sand in die Flüsse. „Die Gewässer versanden dadurch und die Uferbereiche können einbrechen, wenn zum Beispiel Traktoren oder schweres Räumgerät darüber fahren”, sagt Knoop.

Die Tiere sind nach seinen Worten im gesamten Landkreis an allen Flüssen, Bächen und Kanälen unterwegs. Alleine im vergangenen Jahr sind 117 Stück im Landkreis Celle zur Strecke gebracht worden. Knopp rechnet damit, dass die Zahlen weiter deutlich ansteigen werden.

Er betonte in diesem Zusammenhang, dass es weiter wichtig sei, auch mit Fallen jagen zu dürfen. Hintergrund ist, dass es in der aktuellen Landesregierung Überlegungen gab, die Fallenjagd zu verbieten. „Gerade bei Tieren wie der Nutria ist die Fallenjagd unerlässlich, weil die Tiere nachtaktiv sind”, sagt Knoop.

Aber nicht nur die Nutria, sondern auch Waschbären und der Marderhund breiten sich aus. Die Jäger haben im vergangenen Jahr 85 Marderhunde und 46 Waschbären erlegt. Die Marderhunde sind besonders für Bodenbrüter eine Gefahr, weil sie die Nester ausräubern. „Der Waschbär geht auch in Wohnhäuser und richtet sich unter dem Dach ein“, sagt Knoop. Dort zieht er auch seine Jungen groß, schleppt Futter hinein und hinterlässt Kot und Urin. „Das fängt dann an zu stinken und ist keine schöne Angelegenheit.“ Um sich dagegen zu wappnen, hilft nur eine feste Versiegelung des Daches und gegebenenfalls auch Maschendraht, um die Fallrohre zu umwickeln, weil die putzig aussehenden Tiere auch an den Wänden und Rohren nach oben gelangen.

Von Tore Harmening