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Celle Stadt Premiere für Antik-Markt in Kaserne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Premiere für Antik-Markt in Kaserne
15:51 13.01.2019
30 Aussteller boten dem Publikum in der CD-Kaserne eine breit gefächerte Angebots-Palette. Wer wollte, konnte auch seine Schätzchen schätzen lassen.
Celle

Etwas zu erben ist sowohl in ideeller als auch in materieller Hinsicht ein Grund zur Freude. Aber was ist, wenn man all das, was auf Dachböden schlummerte oder in vergangenen Zeiten Menschen, Wände und Schränke zierte, so gar nicht einordnen kann? Hat man da womöglich ein kleines Vermögen vermacht bekommen oder nur wertlosen Plunder? Der Antik-Markt, der am Sonntag in der CD-Kaserne seine Celler Premiere feierte, versprach Antworten. Der Veranstalter hielt ein fünfköpfiges Expertenteam bereit, das Schmuck, Porzellan, Bilder und vieles mehr bewerten konnte.

Experten schätzen Schätzchen

Die Nachfrage nach diesem Service ist am Sonntag vorhanden, allerdings nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, Namen und Fotos sind tabu. Eine Cellerin zieht mehrere kleine Porzellanbilder aus der Handtasche. „Ich bin nicht so versiert, was die Wertigkeit dieser Dinge angeht“, erläutert sie zu den Erbstücken. „Das ist nichts Besonderes“, sagt Philipp Naujoks, der zufällig vorbeikommt. Er bezeichnet sich nicht als Experte. „Ich habe selbst einen Stand, seit 20 Jahren beschäftige ich mich damit, da entwickelt man einfach einen Blick dafür“, berichtet der 31-Jährige. „Das ist Lupenmalerei auf Serienporzellan, für 25 Euro verkaufen wir so etwas“, informiert der junge Mann die Dame, die sehr zufrieden ist. Sie muss nicht einmal das Expertenteam aufsuchen und hat mehr Zeit, in Ruhe die Angebote in der großen Halle der Kaserne in Augenschein zu nehmen.

Händler und private Anbieter

30 Aussteller konnte der Veranstalter Michael Grimm gewinnen. „Es sind sowohl professionelle Händler als auch private Anbieter“, erklärt er. Der Raum wirkt übersichtlich, aber dieses hat Grimm durchaus beabsichtigt. „Wir testen das hier erstmal.“ Die Auslagen wirken wie ein Gegenentwurf zur digitalen Alltagswelt, keine Leuchtbänder, keine Technik, selbst Smartphones sind in den Händen der Besucher kaum zu erblicken. Sie zücken sie nicht einmal, um die Tischwäsche, den Schmuck, das nostalgische Spielzeug und die Porzellangegenstände abzulichten.

Viele "Seh-Leute" unterwegs

Ein vielfältiges Angebot konkurriert um die Gunst der gleich zum Start zahlreich erschienenen Besucher. „Auf solchen Veranstaltungen ist die Zeit zwischen 11 und 13.30 Uhr die entscheidende. Danach flaut es ab“, sagt Grimm, der sich Sorgen macht um antike Märkte. „Die jungen Leute interessieren sich einfach nicht mehr dafür“. Preislich bewegt sich die Ware zwischen mehreren tausend Euro für eine Vase aus Meissner Porzellan, die laut Grimm das teuerste Stück der Veranstaltung ist, und fünf Euro für zum Beispiel einen Teebeutel-Untersetzer von einem führenden englischen Hersteller, den Annemarie Woryna gerade erworben hat. Sie präsentiert das kleine filigran bemalte Teil und begründet ihren Besuch wie viele andere Gäste auch mit dem Satz: „Wir sind gekommen, um einfach mal zu gucken. Gezielt nach antiker Ware sucht kaum jemand.

Teekanne aus dem Jahr 1750

„Es sind keine Flohmarktgänger“, schätzt Veranstalter Grimm das Publikum ein. Lahrs Bengtsson hat mit Kunden, die echte antike Ware suchen, nicht gerechnet. „Es ist ein Markt, keine Messe“, sagt er inmitten von hochwertigen Gütern aus Russland, Frankreich und den skandinavischen Ländern. Die Meißner Vase hat er mit anderen Artikeln hinter Glas zur Betrachtung vorgesehen. Der Schwede öffnet seine Vitrine vorsichtig. „Diese Teekanne ist aus dem Jahr 1750, echt Meißen“. Von Kindheit an war er von Gegenständen dieser Art umgeben und machte einen Beruf daraus.

„Mr. Sotheby’s“ mag Menschen

Michael Grimm ist stolz, dass er ihn unter den Ausstellern hat, nennt ihn „Mr. Sotheby’s“. Der Veranstalter interessiert sich für die Menschen, mit denen er arbeitet und geht für ein Beispiel nur einen Stand weiter zu Albert Fricke: „Er hat Uhrmacher gelernt, und zwar zusammen mit Adriano Celentano“, informiert Grimm über das zweite Standbein des italienischen Sängers. „Es stecken so viele Geschichten dahinter“, zieht Grimm eine Parallele von den Menschen zu den schönen, nostalgischen Gegenständen, die hier auf neue Besitzer warten.

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