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Celle Stadt "Schaufenster für Celle"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Schaufenster für Celle"
15:52 14.12.2011
Von Oliver Gatz
Freuen sich ¸ber die Auszeichnung: Hausbesitzerin Katrin Birkner (links) und Architektin Gaby Bussemas. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Historische Bausubstanz bewahren und gleichzeitig modernes Wohnen ermöglichen: Das ist den Eigentümern beim Umbau und der Sanierung des rund 275 Jahre alten Fachwerkhauses in der Jägerstraße 10 in vorbildlicher Weise gelungen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis kam jetzt eine siebenköpfige Jury der Stadt. Sie hatte zwei Objekte, die für die Denkmalplakette infrage kamen, genauer unter die Lupe genommen. An dem Wettbewerb hatte sich auch der Eigentümer des Fachwerkhauses in der Zöllnerstraße 8 beworben. Mehr Bewerber gab es nicht.

Ein Preisgeld ist mit der Plakette nicht verbunden. Das soll sich aber ändern. In Zukunft soll die Auszeichnung alle drei Jahre mit einer Dotierung von 3000 Euro verliehen werden.

Bei der Aushändigung der Urkunde lobte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) das Engagement des Eigentümerpaares Stephan und Katrin Birkner für das Gebäude. „Das ist sicherlich ein Schaufenster für die Stadt", sagte Mende. Das Projekt sei beispielhaft für den denkmalverträglichen Aus- und Umbau eines historischen Gebäudes.

Stadtbaurat Matthias Hardinghaus hofft auf viele Nachahmer, die sich ebenfalls für den Erhalt und Umbau alter Bausubstanz begeistern können. Dabei verwies er auf das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz. „Hier stehen wir erst am Anfang", sagte Hardinghaus.

Trotz des desolaten Zustands wählte Familie Birkner das barocke Fachwerkhaus in der Jägerstraße als Domizil aus. Aus Sicht der Jury zeigt das Ergebnis der Bauarbeiten, dass mit historischer Bausubstanz ein modernes Wohnen für Familien mit Kindern mitten in der Stadt möglich ist. Die Arbeiten zeugten von einem „sehr sensiblen und respektvollen Umgang mit dem Gebäude", heißt es in der Begründung.

Die Birkners kauften das Haus im Sommer 2009. „Das war praktisch eine Ruine", erinnert sich Katrin Birkner. Zuvor hatte es fünf Jahre lang leergestanden. Anfang 2010 begannen die Bauarbeiten. Zu Ostern in diesem Jahr war es bezugsfertig. Jetzt fehlt noch der Außenanstrich. Diese Arbeiten sollen 2012 erfolgen. Was die Sanierung gekostet hat, verrät Katrin Birkner nicht. Nur soviel: Das Vorhaben wurde 50 bis 60 Prozent teurer als erwartet.