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Celle Stadt Scheuener fordern „Heli-Bremse“ für Flugplatz Arloh
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Scheuener fordern „Heli-Bremse“ für Flugplatz Arloh
21:31 02.07.2014
Von Michael Ende
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass man überhaupt im Ort Hubschrauber hören wird“ -  Thomas Schütthoff (links) wollte den Scheuenern ihre Ängste nehmen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Da kommt was zu auf die Scheuener: Nach den derzeitigen Planungen der Wolfenbütteler Luftverkehrsbehörde beim Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr soll auf dem Scheuener Verkehrslandeplatz Arloh, der bisher für Flugzeuge bis zu einem Fluggewicht bis 3500 Kilogramm zugelassen ist, in Zukunft auch eine unbegrenzte Anzahl von Hubschraubern mit einem Abfluggewicht von bis zu 5,7 Tonnen abheben dürfen. Das teilte Thomas Schüttoff von der Luftverkehrsbehörde am Dienstag während der Sitzung des Ortsrates Groß Hehlen, Scheuen und Hustedt mit. Gleichzeitig distanzierte er sich von „Polemik“ im Vorfeld der Sitzung: „Beschlossen“ sei in Hinblick auf die generelle Start- und Landeerlaubnis für Hubschrauber auf dem Arloh noch gar nichts, so Schüttoff. Detailliert geplant sei hingegen schon.

Die geplante Erweiterung der Genehmigung für den Flugplatz sieht vor, dass Hubschrauber den Arloh nur aus dem Norden anfliegen und auch nur hierhin abfliegen dürften, so Schüttoff. Nach Möglichkeit sollten Helikopter bei An- und Abflug Ortschaften meiden. Der Verkehr von Gyrokoptern oder „Tragschraubern“, deren Rotor von keinem Motor, sondern vom Fahrtwind angetrieben wird, solle eingeschränkt werden. So solle Gyrokoptern der Platzrundenverkehr samstags von 12 bis 15 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 12 Uhr bis zum Sonnenuntergang untersagt werden.

Schüttoff betonte, dass auf dem Arloh ohnehin nur tagsüber geflogen werden dürfe. Dass es über Scheuen auch nachts regelmäßig regen Hubschrauber-Verkehr gebe, verwies er ins Reich der Legende: „Das muss ich hier mal klarstellen.“ Die häufigen militärischen Übungsflüge der Bundeswehr-Hubschrauber, die vom Wietzenbrucher Fliegerhorst aufsteigen, die Stadt umfliegen und dann auf dem Scheuener Standortübungsplatz Landungen trainieren, hatte der zivile Flugbetriebskontrolleur aus Wolfenbüttel buchstäblich nicht „auf dem Schirm“.

Wolfgang Beutel (CDU), fragte sich, wie sich der zivile Hubschrauber-Verkehr, mit dem jetzt auch schon Luftfahrtunternehmen im Internet werben, nach der geplanten Erteilung einer Dauerlizenz für Helikopter entwickeln werde - und ob man diesen Verkehr in seiner Intensität einschränken könne. Das sei nach einer erst einmal erteilten generellen Genehmigung nicht einfach, hieß es seitens des Experten. Schließlich sei die Benutzung des Luftraums genau wie die von Straßen „frei“ und der Arloh-Flugverkehr längst noch nicht so dicht, dass behördliche Einschränkungen gerechtfertigt wären, so Schüttoff.

Als Beutel darauf bestand, dass man den Status Quo von lediglich drei Drehflüglern auf dem Arloh einfrieren solle, sagte Schüttdoff: „Man könnte die Zulassung auch auf ein Kontingent von Hubschrauber-Starts und -Landungen begrenzen.“ Diese „Anregung“ der Scheuener wolle man „gerne aufnehmen“. „Das wäre toll“, sagte Ortsbürgermeister Axel Fuchs (CDU): „Ja - bitte!“, so Beutel. Ob diese Bitte nach einer „Heli-Bremse“ schließlich erhört wird, blieb offen.

Rund eine Stunde lang diskutierten Bürger - darunter etliche, die sich in der Initiative „Fluglärm über Scheuen“ zusammengeschlossen haben - mit den Experten über Belästigungen durch Fluggeräte. Ralf Kumpe, Flugbetriebsleiter bei der Flugsportvereinigung auf dem Arloh, zeigte sich „betroffen“ über die teils massiven Vorwürfe, die Scheuener über einzelne „Überflieger“ äußerten. Man tue alles Mögliche für eine gute Nachbarschaft und dafür, dass sich möglichst alle Piloten an die Spielregeln hielten, so Kumpe.

Nach Einschätzung von Thomas Schüttoff wird in Scheuen derzeit viel zu viel Wind um eine zukünftige Belastung gemacht, von der wahrscheinlich kaum jemand betroffen sein werde: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Ort überhaupt Hubschrauber hören wird.“