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Celle Stadt Schienenverkehr: "Ausbau demokratisch beschlossen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schienenverkehr: "Ausbau demokratisch beschlossen"
20:52 09.01.2017
Von Klaus Frieling
Gut 500 Menschen hatten sich vor gut zwei Jahren in Wohlde versammelt, um gegen einen mögliche neue Bahntrasse durch den Landkreis Celle zu demonstrieren. Die vor gut einem Jahr gefundene Alternativlösung, ein Ausbau bestehender Strecken, steht jetzt wieder auf der Kippe,
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„Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Lüneburg einen Prozess, an dem es aktiv mitgewirkt hat, jetzt als ,nicht demokratisch legitimiert‘ bezeichnet“ ärgerte sich Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) über Kritik von Mädge, Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt und der Bürgermeister aus Bardowick, Radbruch, Deutsch Evern, Bad Bevensen, Bienenbüttel und Ilmenau.

Die Diskussion unter dem Motto „Wasch mir den Pelz; aber mach mich nicht nass“ müsse endlich vorbei sein, kritisierte auch der Celler Volker Thürk, Ex-Aufsichtsrat der DB-Netz AG und lange im Aktionsbündnis gegen den Trassenneubau aktiv. Bevor anderen fehlendes Demokratieverständnis vorgeworfen werde, solle das eigene überprüft werden, sagte Thürk mit Blick auf den Lüneburger OB. Mädge hatte kritisiert, beim Dialogforum seien die Vertreter der künftig vom Schienenlärm betroffenen Kommunen so gut wie nicht zu Wort gekommen.

Der Celler Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) verwies auf den Bundesverkehrswegeplan: „Den haben wir am 2. Dezember 2016 mit großer Mehrheit beschlossen – mit den Bedingungen, die beim Dialogforum zwischen allen Seiten verabredet worden sind. Dazu gehört modernster Lärmschutz.“

Unstrittig sei der höhere Bedarf an Schienenstrecken, da dank wachsendem Güteraustausch mit steigendem Güterverkehr zu rechnen sei. Otte verweist darauf, dass bei Neubaustrecken die Gefahr bestünde, dass Städte wie Celle vom schnellen ICE-Personenverkehr abgehängt würden, wenn der vom langsamen Güterverkehr getrennt werde. „Ich sehe Minister Lies jetzt in der Pflicht, seinen Genossen in Lüneburg ins Stammbuch zu schreiben, dass demokratische Beschlüsse mitzutragen sind – zumal sie seinerzeit auch selbst mitgetragen wurden.“ Auch Thürk wundert sich über die Wende in Lüneburg: „Ich habe den Eindruck, dass die Lüneburger Vertreter im Dialogforum viele Dinge nicht verstanden haben – oder nicht verstehen wollten.“