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Celle Stadt Schläger zahlt 2500 Euro Schmerzensgeld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schläger zahlt 2500 Euro Schmerzensgeld
16:15 05.02.2010
Celle Stadt

Der Abend hatte für beide gewohnt ruhig begonnen. Mit seiner Freundin habe er sich im Inkognito am Tresen aufgehalten, Alkohol getrunken und einen Bekannten beim tanzen beobachtet, so das Opfer. Dabei sei eine Gruppe von mehreren Männern immer wieder an ihm und seinen Freunden vorbeigekommen und hätte den Tänzer wiederholt mit Beleidigungen und Bemerkungen zu seinem Tanzstil bedacht. Anscheinend hatte der Tänzer versehentlich sein Getränk über einen der Männer verschüttet. Auch auf der Toilette sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, die das Opfer aber wieder schlichten konnte.

Schließlich eskalierte die Situation. Zwei Männer, darunter der Angeklagte, lösten sich aus der Gruppe und gingen auf das Opfer und seine Freunde zu. Die erste Faust des Täters traf eine befreundete Frau an der Stirn. Die nächsten Schläge trafen das Opfer gezielt an Wange und Nase. Währenddessen wurde der Tänzer am Hinterkopf verletzt.

Nach wenigen Sekunden war die Auseinandersetzung vorbei. Die Frauen waren geflüchtet, das Opfer blutete im Gesicht und die Schläger hatten das Weite gesucht. Mit Hilfe der Türsteher konnte der Haupttäter jedoch schnell identifiziert und von der kurz darauf eintreffenden Polizei verhört werden. Das Opfer aus Hannover begab sich daraufhin in die MHH, in der die Ärzte ihn wegen eines Knochenbruchs im Gesicht operieren und ihm eine Titanplatte einsetzen mussten.

Der Täter bestritt alle Vorwürfe und schilderte den Abend, als sei er der Geschädigte gewesen.

Nach Anhörung aller Zeugen waren sich Richter und Staatsanwalt jedoch einig, dass der Abend so verlaufen war, wie das Opfer, das gleichzeitig als Nebenkläger auftrat, ihn schilderte. Einer so genannten Adhäsionsklage des Hannoveraners wurde ebenso stattgegeben, die geforderten 5000 Euro vom Gericht jedoch nach Vergleichen mit ähnlichen Urteilen auf 2500 Euro festgelegt. Zudem erhielt der Täter eine Geldstrafe von 3500 Euro, die er in 70 Tagessätzen zu 50 Euro zu zahlen hat. Die Verteidigung hatte zuvor Freispruch gefordert.

Von Stefan Kübler