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Celle Stadt Schlag ins Wasser für Freibäder im Celler Land
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlag ins Wasser für Freibäder im Celler Land
17:38 15.09.2017
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Die Besucherzahlen sind historisch schlecht“, sagt Gudrun Dombert, Mitarbeiterin des Waldschwimmbads Herrenbrücke in Faßberg. Gestern öffnete das beheizte Freibad seine Türen zum letzten Mal in diesem Jahr. Knapp 23.000 Besucher hat das Freibad seit Mai verzeichnet, im Jahr davor waren es noch rund 30.000 Badegäste. Nach dem Ende der Personalunion mit dem Hermannsburger Waldbad müsse man nun alles neu bedenken. „Wir werden aber wieder öffnen, egal was“, gab Dombert einen Ausblick aufs nächste Jahr.

Auch für das Wietzer Freibad sei die Saison „mehr als bescheiden gelaufen“, resümiert Kurt Trumtrar, Vorsitzender des Fördervereins. Zum ersten Mal wurde das Becken dank neuer Heizung auf 24 Grad erwärmt, trotzdem kamen weniger Besucher als im Vorjahr – „ein bisschen enttäuschend“, bedauert Trumtrar.

In der Nachbargemeinde Winsen zeigt sich ein ähnliches Bild: Etwa 1000 Besucher weniger als im Jahr 2016 habe das Freibad verzeichnet, sagt Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Allertal.

Das Freibad in Papenhorst hat noch bis einschließlich morgen geöffnet. Vor dem offiziellen Saisonende ist klar: Es kamen weniger Besucher als im Vorjahr. „Für das Wetter war es aber in Ordnung“, relativiert Betriebsleiter Jan Leischner.

Trotz rückläufiger Besucherzahlen zeigt sich auch Erika Klußmann optimistisch. „Wir haben uns von dem Regen nicht so sehr beeindrucken lassen und sind motiviert fürs nächste Jahr“, sagt die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft des Heideschwimmbads in Höfer. Man wolle sich weiterhin auf Aktivitäten wie Flohmärkte und das Nachtschwimmen konzentrieren.

Das Freibad Eschede hat dieses Jahr auf zahlreiche Neuerungen gesetzt: unter anderem wurden eine Shuffleboard- und Boulebahn eingeweiht und ein neues Wasserspielgerät in Form eines überdimensionalen Kraken angeschafft. Außerdem fand erstmalig ein Open-Air-Kino auf dem Gelände statt – doch das Wetter vereitelte alle Bemühungen. „Wenn das Wetter nicht mitspielt, was sollen wir dann machen?“, fragt die Escheder Geschäftsführerin Christine Fleger resigniert.

„Ganz schlecht“ sei die Saison gewesen, das Bad habe nur wenig eingenommen. Das sei auch schon im Vorjahr so gewesen. „Über die Jahre kommen wir so nicht über die Runden, das ist mit unserem Budget nicht zu schaffen“, sagt Fleger. Erschwerend hinzu kommt eine nun nötige Reparatur: Ein Leck muss gestopft werden. Ob das Escheder Freibad diese Rückschläge übersteht, ist laut Fleger und Bürgermeister Günter Berg offen.

Außerdem stellt Fleger fest, dass weniger Jugendliche das Schwimmbad besuchen. Das bestätigt Erhard Thölke, Vorsitzender des Fördervereins für das Waldbad Hohne-Spechtshorn: „Das Badeverhalten hat sich geändert.“ Die Schule binde die Kinder mehr, auch Badeseen und private Pools machen den Freibädern Konkurrenz. Der verregnete Sommer hat sein Übriges getan. „20.000 Besucher haben wir nicht erreicht“, sagt Thölke. „Das bringt uns langsam in finanzielle Schwierigkeiten.“

Gut 38.000 Besucher nutzten das Freibad des Celler Badelandes – 29 Prozent weniger als im Jahr 2016. Regentage trafen das kombinierte Schwimmbad dennoch weniger hart als die Betreiber im Landkreis, erzählt Badeland-Leiter Matthias Gaupp: „An solchen Tagen nutzen mehr Besucher die Halle.“

Von Amelie Thiemann