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Celle Stadt Schlaganfall: Jörg Engling betreibt per Video Aufklärung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlaganfall: Jörg Engling betreibt per Video Aufklärung
17:12 01.06.2012
Jˆrg Engling. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Über 500 Mal wurde es inzwischen aufgerufen. Englings Thema ist der Schlaganfall, den er aber nicht nur aus eigener Betroffenheit besingt. Er möchte vielmehr gleichzeitig Mitmenschen sensibilisieren, dass sie das Auftreten eines Schlaganfalls erkennen und richtig reagieren, weil das lebenswichtig ist.

Anfang 2011 hatte Englings Mutter Maria-Theresia einen Schlaganfall. Das Ereignis schockierte den Sohn, der als Justizbeamter bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle sein Geld verdient. Als medizinischer Laie las er sich in das Thema ein und machte sich schlau über die Erkrankung, die heute mit 240.000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland nach Herz-Kreislaufversagen und Krebs die dritthäufigste Todesursache ist.

Ostern 2011 kam Engling, der oft mit seinem Vater Klaus als Löns-Duo unterwegs ist, die Idee: Er schrieb ein Lied für seine Mutter. „Ich wollte ihr zeigen, dass sie stark ist“, sagt der 44-Jährige. Mit Unterstützung von Michael Weinrich und Axel Güldenpfennig von der Celler Gruppe „rockmesse live“, Thorsten Hoffmann am Keyboard und seinem Vater am Bass entstand nach dem Song „Wir werden uns wiedersehen“ von der Gruppe „Selig“ sein Schlaganfall-Song. Die Aufnahmen im Studio drehte Neffe Yannik Hollmann, an der Ostsee stand Tochter Vanessa hinter der Kamera. Genau ein Jahr nach dem Schlaganfall wollte Engling seiner Mutter das Lied präsentieren - sie starb zehn Tage vorher.

Knapp acht Minuten ist das Video lang, die ersten knapp drei Minuten im Informationsteil sollen dem Laien zeigen, wie er einen Schlaganfall erkennen kann. „Bitte die Person zu lächeln, sie schafft es nicht“, oder „Bitte die Person, die Zunge heraus zu strecken, sie wird gekrümmt sein oder sich von einer Seite zur anderen winden“, lauten seine Anweisungen. Und es folgt der Rat: „Sind solche Auswirkungen erkennbar, muss sofort der Notarzt gerufen werden.“ Denn in jeder Minute, in der der Patient nicht behandelt wird, sterben im Gehirn Tausende von Zellen ab, macht Engling die Konsequenzen klar.

Er führt auch mögliche Anzeichen eines Schlaganfalls auf, die von Übelkeit bis zu Sprachverlust und Einschränkung des Sehvermögens reichen. Dr. Kai Lindemann von der neurologischen Abteilung des AKH Celle, der sich das Video ansah, ergänzt, dass diese Symptome schlagartig auftreten. Engling nennt auch gefährdete Personen. Das sind Menschen mit Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes. Bei jüngeren Betroffenen können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Bei seiner Mutter, die mit 63 Jahren starb, war ein genetischer Defekt verantwortlich, auch Opa und Onkel hatten einen Schlaganfall. Engling und seine Schwester ließen sich untersuchen, bei ihnen bestätigte sich der Defekt nicht.

Das Video ist bei Youtube unter den Stichworten „Jörg Engling - Schlaganfall“ zu finden.

Von Joachim Gries