Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Schlaganfall: Neue Behandlungsmethode am AKH
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlaganfall: Neue Behandlungsmethode am AKH
11:19 16.03.2012
Von Gunther Meinrenken
Neurologie des AKH richtet neue Schwerpunkte ein Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Richard Glombik, Leitender Oberarzt des Bereichs Interventionelle Radiologie, hat bei dem Notfall den Eingriff vorgenommen. Im Computertomographen hat er gesehen, dass sich ein großes Blutgerinnsel in der hinteren Hirnschlagader gebildet hatte. „Über diese Arterie wird ein Drittel des Gehirns mit Blut versorgt. Wenn man nicht innerhalb von sechs Stunden eingreift, kann dies den Tod oder schwere Behinderungen zur Folge haben“, erläutert Dr. Björn Harting, der seit Anfang des Jahres als neuer Oberarzt unter anderem für die Stroke-Unit des AKH verantwortlich ist und hier aufs engste mit Glombik zusammenarbeitet.

Glombik sah sofort, dass er hier mit einer neuen Methoden helfen könnte. Über die Leiste führte er einen Katheter, einen dünnen Draht in die Schlagader ein und führte diesen bis zu der Stelle, an der die Arterie verstopft war. An einem Röntgenschirm verfolgte er die Lage des Katheters. „Zwischendurch musste ich im Schulterbereich noch eine enge Stelle aufweiten, an der ich sonst nicht vorbei gekommen wäre“, erklärte der Mediziner. Das Gerinnsel zog er dann einfach aus der Arterie heraus. Schon bald darauf wurde das Gehirn wieder normal mit Blut versorgt.

„Üblicherweise werden Gerinnsel medikamentös behandelt. Dabei wird den Patienten ein Mittel über die Vene eingegeben, das den Thrombus auflöst“, stellte Professor Dr. Wolfgang Heide, Chefarzt der AKH-Neurologie, das übliche Verfahren vor. Bei den großen Arterien sei dieses Verfahren allerdings nicht so wirksam wie bei einem Verschluss der kleineren Blutgefäße. „Insofern sind wir froh, dass wir unseren Patienten die Entfernung des Blutgerinnsels mit dem Katheter anbieten können“, so Heide. In den vergangenen 18 Monaten hätte man bereits bei etwa 25 Fällen das Verfahren der so genannten Stent gestützten Thrombektomie erfolgreich angewendet.

So ist Ursula Fleischer, die nur zwei Wochen im Krankenhaus gelegen hat und anschließend in die Reha kam, den Ärzten dankbar. Noch leidet sie unter einer Stand- und Gangunsicherheit, doch die Beschwerden nehmen ab. Bald, so sind sich die Ärzte sicher, wird sie wohl auch wieder reiten können.