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Celle Stadt Schlammschlacht um Absage der Sportlerehrung der Stadt Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlammschlacht um Absage der Sportlerehrung der Stadt Celle
20:40 27.02.2014
Von Christoph Zimmer
Als der Haushalt am 16. Januar beschlossen wurde, habe die Sportlerehrung auf der Streichliste gestanden, so der Stadtrat und Sportdezernent. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

SBei den Beratungen zum Haushalt 2014 seien sich alle Ratsmitglieder einig gewesen, dass drastisch gespart werden muss, so Kassel. Auf der Liste der Sparmaßnahmen habe auch bei den Veranstaltungen im Sport eine Null gestanden. Das bedeutete, dass die Sportlerehrung aus Kostengründen nicht stattfinden kann, sagte der Dezernent. Auch in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses im vergangenen November sei entgegen der gestrigen Aussagen des Ausschussvorsitzenden Joachim Ehlers (CDU) die Absage sehr wohl ein Thema gewesen. Zudem seien die Sparvorschläge detailliert besprochen worden. Dazu habe auch der Posten Sportlerehrung mit Kosten von 16.700 Euro gehört. In der Beschlussvorlage habe der Satz gestanden, dass die Ehrung in einem anderen Format stattfinden solle.

Fest steht, dass Ehrenamtliche und eine kleine Auswahl an Sportlern im Rahmen eines persönlichen Gesprächs mit dem Oberbürgermeister geehrt werden sollen. Fest steht aber auch, dass seit November noch genug Zeit war, sich nach einer kostengünstigeren und dennoch öffentlichkeitswirksamen Lösung umuzschauen, um die Sportler als Aushängeschilder der Stadt ins Scheinwerferlicht zu stellen.

Der Vorsitzende des Sportausschusses hatte die Absage der Sportlerehrung zuvor scharf kritisiert. „Es ist ein schlechter Stil, wenn wir das aus der Zeitung erfahren müssen“, sagte Ehlers. Dies entspreche „nicht den Gepflogenheiten eines offenen Miteinanders von Ratsmitgliedern und Verwaltung“. Udo Hörstmann hatte ebenfalls behauptet, von der Absage aus der Zeitung erfahren zu haben. „Es ist unverständlich, dass die Politik über diese drastische Maßnahme aus der Presse erfahren musste“, sagte das Ausschussmitglied der Unabhängigen. Hartmut Ostermann, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes, ist es nach eigener Aussage genau so gegangen.

„Die Ausführungen von Joachim Ehlers sind eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit“, teilte Joachim Schulze (SPD) in einer Pressemeldung mit. „Es ist unglaublich, dass sich ein verantwortliches Mitglied des Rates zu einer solchen undifferenzierten Kampagne gegen den Oberbürgermeister der Stadt Celle hinreißen lässt“, heißt es in dem Schreiben weiter. Ehlers habe bei der Sitzung des Sportausschusses im November „keine Initiative“ entwickelt, um diese Kürzung zu verändern. Schulze forderte Ehlers auf, sich öffentlich für seine Äußerungen zu entschuldigen.

Kritik gab es aber auch von einem Urgestein der Celler Sozialdemokraten, der inzwischen aus der Partei ausgetreten ist. „Die Absage ist eine absolute Frechheit“, sagte Georg Krohne. Der langjährige ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses befürchtet als Kenner der Materie, dass vor allem der Breitensport darunter leide. „Sportler brauchen Vorbilder. Bei der Ehrung machen sie auch Werbung für ihre Sportart“, so Krohne. Wenn die Veranstaltung wegfalle, verliere auch die Sportart an Bedeutung.

Die enge Haushaltskasse ist für Krohne kein Grund für eine Absage der Ehrung im bisherigen Rahmen. „Auch mit wenig Geld kann man eine gelungene Veranstaltung auf die Beine stellen“, meinte der ehemalige Sportausschussvorsitzende. „Der Sport steht im Vordergrund und der Kontakt untereinander – nicht das Catering und das Programm.“ Zeit sei ausreichend vorhanden gewesen: „So aber machen sie es sich selber kaputt.“

Krohne forderte auch eine Reform der traditionellen Veranstaltung. „Es muss eine vernünftige Lösung gefunden werden“, sagte er der CZ und setzte sich für eine gemeinsame Ehrung von Stadt und Landkreis ein. So würde es dann auch keine Doppelehrungen mehr geben. Dies sei in der Vergangenheit wiederholt diskutiert, aber nie ernsthaft weiter verfolgt worden. Hinter vorgehaltener Hand hatten Sportler und Trainer angesichts des engen Terminkalenders zuletzt wiederholt die Vielzahl an Ehrungen auf kommunaler Ebene kritisiert.