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Celle Stadt Schlichtung nach verkorkster Sause
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlichtung nach verkorkster Sause
15:30 03.06.2011
Personengesichter sind unkenntlich zu machen. Quelle: Sebastian Thoma
Celle Stadt

CELLE. Mitgefangen, mitgehangen – unter diesem Motto sollte die Abi-Fahrt in den kroatischen Ferienort Pula eigentlich nicht enden. Insgesamt 37 Schüler aus Celle wurden nach der Randale am Mittelmeer unter Polizeibegleitung des Landes verwiesen. Wie sich später herausstellte, waren aber nur 15 Jugendliche an den Ausschreitungen beteiligt gewesen. Die 24 unschuldig nach Hause verfrachteten Jugendlichen sollen nun für das verkorkste Ende des Party-Trips entschädigt werden.

Der Geschäftsführer des Reiseunternehmens „Abi4life“ war zusammen mit der zuständigen Sachbearbeiterin und den zwei Reiseleitern, die mit in Kroatien waren, nach Celle gekommen, um an der Aller die Wogen von der Adria zu glätten. In einem Gespräch mit einigen Schülern sollte aufgearbeitet werden, was auf der Reise schief gelaufen war. „Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden zufrieden sind“, betonte Geschäftsführer Jan Prange. Dem Veranstalter sei bei der Auswahl der „Schuldigen“ ein Fehler unterlaufen, für den man jetzt geradestehen wolle.

Auf der einen Seite wurde jetzt mit stark übertriebenen Gerüchten aufgeräumt, wie zum Beispiel dem angeblichen Gebrauch einer Feuerwehraxt zum mutwilligen Zerstören von Hoteleinrichtung. Die deutsche Presse war auf den Vorfall aufmerksam geworden. In einigen Medien seien dramatisierende Berichte erschienen, so das Echo der Jugendlichen, die sich zu unrecht gebrandmarkt sahen. Nur in wenigen Zeitungen sei man sachlich und objektiv geblieben. „15 randalierende Schüler sind gerade mal drei Prozent der Abiturienten, die mit in Kroatien waren“, erklärt ein Schüler. Somit hätte sich die große Masse "anständig verhalten".

Andererseits sahen die anwesenden Schüler ein, dass der Polizeieinsatz notwendig war, um die alkoholisierten Ruhestörer in der großen Gruppe von 475 Teilnehmern zu besänftigen. Dass Beschädigungen an der Einrichtung aufträten, sei normal und käme "hin und wieder mal" vor. In diesem Maße wie bei der Celler Sause hätte der Reiseveranstalter solche Ausschreitungen jedoch noch nicht erlebt, berichtete Prange.

„Für diejenigen, die versehentlich nach Hause geschickt worden sind, wollen wir in jedem Fall eine finanzielle Ersatzleistung anbieten“, so der Geschäftsführer weiter. Auch, dass die Auswahl der vermeintlich "Schuldigen" überwiegend von der Axel-Bruns-Schule kam, klärte sich als Missverständnis auf. Ein Schüler soll den Reiseleitern einen Hinweis auf die Jugendlichen genau dieser Berufsbildenden Schule gegeben haben. "Leider führte dieser Umstand zu einer Rufschädigung unserer Schule", war sich auch Schulleiter Claus Losert bewusst.

Von Sebastian Thoma