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Celle Stadt Schlösschen: Mehr als eine Renovierung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlösschen: Mehr als eine Renovierung
19:01 27.12.2013
Von Gunther Meinrenken
Bereits seit 2011 ist die Stadt dabei, das Schlösschen am Rande des Französischen Gartens zu sanieren. Schäden an den Holzkonstruktionen haben dabei immer wieder zu Verzögerungen geführt. Zuletzt ist man vor etwa fünf Wochen auf den "schlimmsten Feind des Hausbaus", den echten Hausschwamm, gestoßen. Quelle: Alex Sorokin
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Wer ein Fachwerkhaus saniert, kann manche böse Überraschung erleben. Davon kann auch die Stadt Celle ein Lied singen. Bereits seit 2011 ist man dabei, das Schlösschen im Französischen Garten wieder herzurichten. Was als banale Erneuerung der Beschichtung an der Fassade begann, hat sich zu einer ausgewachsenen Gesamtsanierung entwickelt.

Thomas Prietzel, Fachdienstleiter Hochbau und Gebäudewirtschaft, begleitet das Projekt. "Das ist mehr als eine normale Renovierung", sagt er und dabei kann man ihm nur beipflichten. Immer wieder musste der Termin der Fertigstellung verschoben. Zuletzt dachte man im Neuen Rathaus, dass das Gebäude Ende des Jahres wiederhergestellt sei. Doch dann erreichte Prietzel eine echte Hiobsbotschaft.

"Vor etwa fünf Wochen sind wir an der Traufseite der Nordfassade auf den schlimmsten Feind des Hausbaus gestoßen, den echten Hausschwamm", berichtet Prietzel. Dieser Holzschädling ist ein Pilz, der jahrelang ohne Wasser auskommen kann. Bekommt er Feuchtigkeit, breitet er sich aus und zersetzt das Holz. "Eine chemische Behandlung reicht nicht aus. Wir müssen in einem Sicherheitsabstand von 1,50 Meter das Holz austauschen", erklärt Prietzel. Der genaue Umfang des Schadens stehe noch nicht fest. "Wir hoffen, dass sich der Hausschwamm nur lokal ausgebreitet hat. Immerhin ist er nicht gesundheitsschädlich."

Schon zuvor hatten Schäden an den Holzkonstruktionen zu Verzögerungen geführt. Nach damaligem Stand der Technik war das Schlösschen vor Jahren mit einem neuen Anstrich versehen worden. Doch die Beschichtung war zu dicht, das Haus konnte nicht mehr atmen. Die Folge: Hinter dem Anstrich sammelte sich die Feuchtigkeit.

Betroffen davon sind vor allem die Deckenbalken. Sie gammelten einfach weg. Die Schäden zogen sich weit ins Gebäude hinein. Die Balken mussten in Teilen erneuert werden. "In Abschnitten haben wir das Haus in den Rohbauzustand zurückführen müssen", sagt Prietzel. Im Sommer 2012 mussten die Kinder, die den Kindergarten im Schlösschen besuchen in die nahe gelegene Seniorenbegegnungsstätte umziehen.

Im zweiten Bauabschnitt ging man dann an die Süd- und Nordfassade. Und auch hier stießen die Bauarbeiter auf Schäden an den Deckenbalken. Insgesamt 36 Stück mussten aufwändig repariert werden. Prietzel hofft nun, Ende März mit der Sanierung fertig zu sein. Bis dahin werden die Arbeiten am Schlösschen 586.000 Euro verschlungen haben.