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Celle Stadt Schloss-Sanierung: Statik wird ertüchtigt.
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schloss-Sanierung: Statik wird ertüchtigt.
17:24 21.06.2011
Von Gunther Meinrenken
Schlosstheater Anker Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, dass der Nordwestflügel des Celler Schlosses dringend saniert werden muss, so liegt dieser unterhalb des Zuschauerraums des Schlosstheaters. Fünf Zentimeter dick ist der geschmiedete Stahlanker, der das Auseinanderdriften des Borgturmes, in dem sich die Celler Bühne befindet, verhindern soll. Doch schon seit Jahren kann der Stahlanker seine Aufgabe nicht mehr erfüllen. Die Kräfte der auseinander strebenden Wände haben das Stahlband einfach auseinander brechen lassen - wie einen Zahnstocher. Jetzt haben die Bauarbeiter den alten Anker freigelegt. Ende Juni sollen neue verlegt werden.

"Der Stahlanker ist 1871 eingebaut worden. Schon damals hat man bemerkt, dass die Statik des Gebäudes nicht mehr funktioniert", erklärte Manfred Galonski vom Staatlichen Baumanagement. Aus heutiger Sicht wirkt diese statische Ertüchtigung etwas hilflos, zumal, wenn man weiß, dass das Celler Schloss "quasi schon seit der Fertigstellung auseinander gedriftet ist", wie es der Technische Leiter des Schlosstheaters, Wesko Rohde, formuliert.

So ist der Zuschauerraum nicht der einzige Bereich, an dem sich die statischen Mängel bemerkbar gemacht haben. "Im dritten Obergeschoss gibt es in den Räumen noch einmal eine Treppenstufe. Das rührt daher, dass man hier früher die Befestigungsbalken zwischen den Wänden mit einer Auflage verstärken musste", so Rohde.

Die statische Ertüchtigung des Nordwestflügels ist daher eines der Hauptsanierungsziele. Das Fundament und der Keller sind bereits entsprechend verstärkt worden. "Im Zuschauerraum werden wir Ende des Monats damit beginnen, fünf bis sechs neue Anker aus Spezialstahl einzuziehen", meinte Galonski. Auch weitere Stockwerke werden so gesichert. Die Anker werden dabei so gespannt, dass sie den jetzigen Zustand sichern. "Das Gebäude hat sich so wie es ist, gesetzt. Wenn wir die Wände zusammen ziehen würden, gäbe es neue Probleme", erklärte Galonski. Gunther Meinrenken