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Celle Stadt Schlosskapelle: McAllister soll helfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosskapelle: McAllister soll helfen
11:08 23.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Nicht locker lässt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) in seinem Bemühen, die Celler Schlosskapelle wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Heute schützt eine Glaswand den Altarraum von den Ausdünstungen der Besucher. Seitdem in den 70er Jahren Flüssigbeton zwischen die Innen- und Außenwand des Bauwerks gegossen wurde, kann die von Besuchern abgegebene Feuchtigkeit nicht mehr durch das Mauerwerk entweichen. Eine Folge: Schäden am wertvollen Inventar. Konsequenz: die Glaswand. Sie müsse weg, auch wenn das aufwändig sein sollte, fordert Mende: "Wir geben uns nicht mit dem zufrieden, was das Landesdenkmalsschutzamt gesagt hat – vielleicht können wir mit Unterstützung von der Spitze mehr bewegen.“ Damit meint der OB Niedersachsens Ministerpräsidenten David McAllister (CDU), mit dem er jetzt Kontakt aufgenommen hat.

Mendes erneuter Ansatz basiert auf der Tatsache, dass man im Jahr 2017 500 Jahre Reformation feiern werde: „Dieses Jubiläumsjahr ist vielleicht ein Anlass, um die Sache ganz anders anzugehen.“ Mit Ernst dem Bekenner sei die Reformation von Celle ausgehend in den gesamten Norddeutschen Raum getragen worden, schreibt Mende jetzt in einem Brief an McAllister: „Vor diesem historischen Hintergrund wird Celle auch bei den Feierlichkeiten zum 500 Jahr der Reformation eine gewichtige Rolle spielen.“ Im Zentrum dieser Feierlichkeiten werde die Schlosskapelle als „wohl bedeutendstes niedersächsisches Baudenkmal der Reformationszeit“ stehen, so der OB: „Der bereits im 15. Jahrhundert gegründete Sakralbau wurde bald nach der Reformation, um 1565, im Auftrag des Celler Herzogs Wilhelm des Jüngeren völlig neu ausgestattet. Heute gilt die Celler Hofkapelle als einziger fast vollständig erhaltener Kirchenraum Norddeutschlands aus frühprotestantischer Zeit.“

Mende versucht, dem Ministerpräsidenten ein finanzielles Engagement schmackhaft zu machen, indem er die Schlosskapelle auf eine Stufe mit der Akropolis oder den Pyramiden stellt: „Diesen Raum wieder begehbar zu machen oder – falls sich dies aus konservatorischen Gründen als unmöglich herausstellen sollte – eine Möglichkeit zu schaffen, die Kapelle in anderer Form zu präsentieren - etwa in einer Dauerausstellung im Celler Schloss in Form einer zeitgemäßen medialen Darstellung - wäre ein ganz großer Wunsch. Mit ihrer Zugänglichkeit würde das Land Niedersachsen ein Baudenkmal vom Rang eines Weltkulturerbes öffnen und einen ganz herausragenden touristischen Glanzpunkt setzen.“

Vor dem Hintergrund des „Reformationsjahres“ 2017 gebe es auch ein starkes Interesse von landeskirchlicher Seite an einer Einbindung der Celler Schlosskapelle, das dem Projekt auch von dort eine bedeutende Unterstützung erwarten lasse, so Mende: „Ich brauche nicht zu betonen, dass auch die Stadt Celle ein großes Interesse an einer Wiederöffnung der Schlosskapelle hat.“ Er unterstreicht auch, dass die Mäzenin Lieselotte Tansey bereit wäre, „sich an einer positiven Lösung finanziell zu beteiligen.“ Geantwortet habe McAllister noch nicht, so Mende: „Ich sehe eine Chance, dass in dieser wichtigen Sache voran kommen.“