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Celle Stadt Schlosssanierung „punktgenau im Zeitplan“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosssanierung „punktgenau im Zeitplan“
19:17 12.08.2010
Voll im Zeitplan: Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Hoch überragt ein gewaltiger Baukran das Celler Schloss. Das wird sich bis Ende des Jahres auch nicht ändern. „Er wird noch bis in den Dezember dort stehen und das Stadtbild prägen“, sagt Projektleiter Marten Meyer-Bothling vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide. Der Koloss unterstützt die Arbeiten, die im Innenhof und am Westwall laufen.

Momentan gehen mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig vonstatten. Projektleiter Meyer-Bothling muss seine Augen überall haben. Im Innenhof wird vor dem Nord- und Westflügel der Technikgang erweitert. Die Aushebungen im Innenhof werden vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege begleitet – um mögliche Funde archäologisch zu erfassen und zu sichern. „Durch den harten Winter hatten wir verschiedene Schäden am Schlossgebäude zu beklagen“, so Meyer-Bothling. Die Fassade muss deshalb trotz knappen Budgets auf der Innenhofseite saniert werden. Schadhafte Putzflächen und Fenster werden erneuert. In den Wall auf dem Westhang werden Pfähle eingebracht, um Aufstellflächen für Feuerwehreinsätze herzurichten. Im Untergeschoss entstehen außerdem eine Lüftungszentrale und ein WC für den Theaterkeller. Außerdem findet hier die zukünftige Theaterwerkstatt ihren Platz und ein Verbindungsgang zum Schloss wird geschaffen. Für die Lüftung und die Technikversorgung bauen die Arbeiter Infrastrukturkanäle: Darin verlaufen Strom- und Heizungsleitungen. Der Gewölbekeller wird saniert. In dessen Bereich wird zusätzlich ein Technik- und Logistikareal geschaffen.

Am westlichen Wall bekommt der Transformator eine Stützwand vorgesetzt. Der Wall wird außerdem abgefangen. Den leichten Absackungen des Nordflügels mit dem Nordturm soll gezielt entgegengewirkt werden. „Er wird statisch ertüchtigt“, sagt Meyer-Bothling. Der Baugrund wird verbessert und das Fundament der Nordseite und des Mittelpfeilers verpresst. Es werden Spannanker eingebaut, um das Sockelbauwerk zu stabilisieren. „So driftet das Gebäude nicht mehr auseinander“, erklärt der Projektleiter.

Im Inneren des Schlosses beginnen die Vorbereitungen für die Hauptbauarbeiten im Frühjahr 2011: Die elektronische Beleuchtung wird abmontiert. Um die Einschränkungen für die Besucher auf der Stadtseite gering zu halten, wird die Baustellenlogistik über den nördlichen Schlosspark von der Mühlenstraße her abgewickelt. „Unter anderem aufgrund der schwankenden Kranlasten ist der Baustellenbereich für die Besucher nicht zugänglich“, sagt Meyer-Bothling. Er weist daraufhin, dass das Schloss mit dem Museum sowie der Gotischen Halle weiterhin zu den üblichen Zeiten geöffnet bleiben.

2008 begann die Vorplanung für die Erneuerung, im August 2012 soll das Schlosstheater wieder einziehen. „Darsteller und Techniker freuen sich schon auf die erste Inszenierung“, verriet Meyer-Bothling.

Von Paul Gerlach