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Celle Stadt Schön blöd - das aber sehr gekonnt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schön blöd - das aber sehr gekonnt
17:57 13.09.2013
ideenreiche Clownerien mit irrwitzigste Requisiten: "Herr Niels" (rechts) und "Herr Fröhlich" sorgten für Lacher in der CD-Kaserne. Quelle: Peter Bierschwale
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Die beiden Spaßvögel ergänzten sich in ihrer Unterschiedlichkeit glänzend: Der in Burgdorf lebende „Herr Niels“ (Weberling) kam mit T-Shirt, einer heruntergekommenen Anzughose und Hut auf die Bühne. Er gefiel besonders durch gekonnte Pantomimen, in denen er hier und da gar nichts machte, das aber sehr unterhaltsam. Sein anhaltend verstörter Hundeblick mit deutlichen Anzeichen von Intelligenzminderung trieb dem Publikum die Tränen in die Augen. Seine Frau und er hätten eigentlich nicht drei, sondern vier Kinder haben wollen, aber dann habe in der Zeitung gestanden, dass jedes vierte Kind chinesisch werde.

„Herr Fröhlich“ (Arno Margraf) war um Stil und Erfolg bemüht und erschien mit weißem Hemd und Fliege. Allerdings gehörte auch seine Hose in die Altkleidersammlung. Er stamme aus dem Sauerland, erklärte Fröhlich, das sei eben der „Gaza-Streifen Nordrhein-Westfalens“.

Er gab vordergründig den scheiternden Hektiker, zeigte aber fast beiläufig eine Reihe von anspruchsvollen Musik-Clownerien. Und er war für das Feinsinnig-Schelmische zuständig, wie man es von Heinz Erhardt kennt. Den zitierte er auch, aber besonders unterhaltsam waren seine „Stadtgedichte“, in denen er Städtenamen neue Bedeutungen zuschanzte.

Wie kommt man nur auf die Idee, große Tetra-Paks zu einer Panflöte aneinanderzukleben und darauf „El Condor Pasa“ zu spielen? Oder eine Salatgurke längs zu durchbohren und auf dem Loch der „Gurkentrompete“ ein Lied zu blasen? Zum Schluss spielte er mit einem Bogen „Somewhere Over the Rainbow“ auf den zahlreichen Weingläsern, die an seiner Kleidung befestigt waren. Schöön blööd, das aber sehr gekonnt.

Von Peter Bierschwale