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Celle Stadt "Schöne Irritation" am Celler Bahnhof
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Schöne Irritation" am Celler Bahnhof
08:06 28.11.2014
Von Jürgen Poestges
Freuen sich über die „Rotierende Laterne“ (von links): SVO-Geschäftsführer - Wolfgang Fragge, Kulturdezernentin - Susanne McDowell, Künstler - Mischa Kuball, Museumsleiter - Robert Simon und - Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. Quelle: Anne Friesenborg
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„Normalerweise ist es so, dass wir unter einer Laterne stehen und die Welt dreht sich mit uns, ohne dass wir es merken. Jetzt dreht sich auf einmal das Licht über uns und der Schatten bewegt sich.“ Mischa Kuball, Künstler aus Düsseldorf mit Ausstellungen unter anderem in Sydney und London, erforscht mit Hilfe des Mediums Licht architektonischen Raum. Und nun erhellt der Künstler auch den Celler Raum. Am Donnerstag wurde am Lichtkunstbahnhof die „Rotierende Laterne“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Vor dem Eingang an den Taxiständen steht nun der Mast, von dessen Spitze sich ein drehender Lichtstrahl ergießt. „Es ist eine schöne Irritation“, findet Kuball.

Robert Simon, der Leiter des Kunstmuseums, freute sich, dass dieses Werk zur Ergänzung der bereits installierten Lichtkunst den Bahnhof verschönert. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende bedankte sich bei den Sponsoren, zu denen unter anderem die Regionalstiftung Sparkasse Celle und die SVO gehören. „Über administrative Hürden hinweg realisieren sie das ambitionierte Lichtkunstbahnhofs-Projekt, das Celles Ruf als offene und der Kunst zugewandte Stadt festigt.“ Mende betont, dass für die Realisierung kein Euro aus der Stadtkasse geflossen ist.

Kuball erklärt, dass der jetzige Standort von Beginn an sein Favorit war. „Natürlich ist das nicht der Hauptein- und -ausgang. Aber die Menschen kommen hier durch, wenn sie gebracht werden oder ein Taxi suchen. Die Bewegungen des Wegfahrens und Ankommens werden übernommen.“

Dabei war die Herstellung des Kunstwerkes mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Zwei Firmen, die mit der Montage beauftragt waren, sind während der Arbeiten in Insolvenz gegangen. „Es ist ja nicht so, dass man zunächst mal einen Prototypen baut, der dann nach der Überprüfung in die Serienproduktion geht“, erklärt Simon. Und Kuball ergänzt: „Es ist ein einmaliges Objekt. Das hat vorher noch niemand gebraucht, und das wird es auch kein zweites Mal geben.“

Die Laterne wird nun bei Einbruch der Dunkelheit ihre Runden drehen, zeitgleich mit der „normalen“ Straßenbeleuchtung. Nach der Licht-Klang-Installation in der Bahnhofsunterführung, den Lichtkunstbänken in der Bahnhofshalle und der „Digitalen Poesie“, den fünf Lichtstelen an der Fassade des Bahnhofsgebäudes, ist die „Rotierende Laterne“ ein weiteres erfolgreiches Projekt. „Vielleicht wird dann ja nun auch wirklich bald vor der Einfahrt in den Celler Bahnhof in den Zügen durchgesagt, dass es ein Lichtkunstbahnhof ist“, hofft der Künstler Mischa Kuball.