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Celle Stadt Schokotorte nach Hildegard von Bingen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schokotorte nach Hildegard von Bingen
17:58 17.09.2018
Beim Fest für Hildegard von Bingen im Heilpflanzengarten wurden die Küchen-Kräuter der Universalgelehrten in einem von der Celler Lebenshilfe gefertigten Hochbeet präsentiert. Quelle: Anke Schlicht
Celle

900 Jahre Zeitunterschied ließen die Organisatorin des Festes im Heilpflanzengarten am Sonntagnachmittag, Daniela Graetsch, kalt: „Unser Förderverein Heilpflanzengarten ist jetzt 20 Jahre alt und vor 920 Jahren wurde Hildegard von Bingen geboren. Das passt doch“, liefert die Vorsitzende die Erklärung für das Motto des am Sonntag gut besuchten Events.

Im grünen Areal an der Aller ist ein Beet nach der Universalgelehrten des Mittelalters benannt, das unter anderem Schafgarbe, Lampionblumen und Pfingstrosen ausweist, auch sie bildeten die Basis für Hildegard-Arzneimittel. Graetsch freut sich am Sonntag, den Gästen ein erweitertes Angebot präsentieren zu können: Quendel, Andorn, Galgant, Römischer Bertram sowie Ysop lauten die Namen im eigens von den Werkstätten der Celler Lebenshilfe gefertigten Hochbeet. „Ich kenne diese Kräuter, habe sie in pulverisierter Form auch in meiner Küche, aber ich wusste nie, wie die als Pflanze aussehen“, kommentiert Besucherin Ulrike Zakfeld das neue Beet.

Auch Zakfeld ist wie Graetsch sowie einige Betreiber der Info- und Angebotsstände fasziniert von der Äbtissin, Dichterin, Theologin und Heilkundlerin. „Sie verfügte über ein so großes Wissen, das heutzutage in Vergessenheit geraten ist“, sagt Zakfeld, die gerade mit ihrer Mutter im Café KräuThaer Platz genommen hat und auf der Speisekarte wiederum auf das Multitalent von Bingen trifft, das über 500 Rezepte hinterlassen hat. „Galgant ist besser für den Menschen als Pfeffer“, sagte diese vor 900 Jahren zum Beispiel über eines der fünf Küchenkräuter, die zum Teil für das Gericht des Tages „Kartoffelspalten mit Kräuterquark“ Verwendung fanden.

Wer es lieber süß mag, kann seinen Kuchen zum Nachmittagskaffee dem Motto des Tages gemäß wählen: Die Hildegard-Schokotorte auf Dinkelbasis ist ein Schmaus für Auge und Gaumen. Die Popularität, der sich die lange Zeit vergessene Getreidesorte erfreut, geht nicht zuletzt auf die würdigende Darstellung im Pflanzenbuch der Universalgelehrten zurück. „Für ihre Zeit war sie eine bemerkenswerte Frau“, erläutert Brigitte Voßschulte, die etliche Schriften von und Bücher über die Ausnahmefrau zur Anschauung bereithält, einer Besucherin.

Hildegard von Bingen beeindruckt durch eine Vielzahl von herausragenden Eigenschaften, zwei Momente werden an diesem Nachmittag jedoch hervorgehoben: „Sie hat sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet“, stellt Voßschulte heraus, und Ulrike Zakfeld fügt hinzu: „Sie ist in einer Zeit, als das Durchschnittsalter 35 betrug, 81 Jahre alt geworden“, was als Beleg für die Wirksamkeit von Hildegard-Medizin und -Küche gewertet werden kann. (ahs)

Von Anke Schlicht

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