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Celle Stadt Schon 7000 Raser auf neuer Ostumgehung in Celle geblitzt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schon 7000 Raser auf neuer Ostumgehung in Celle geblitzt
17:57 16.12.2013
Der Landkreis sieht die Blitzer an der B3 bei Nienhagen positiv und wehrt sich gegen den Vorwurf der Abzocke. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Dabei hat der Kreis inzwischen Bußgelder von rund 215.000 Euro eingenommen. Der dritte Blitzer an der Bundesstraße bei Grünewald in Fahrtrichtung Bergen hat bisher deutlich weniger Verstöße aufgezeichnet. Hier überschritten etwas mehr als 100 Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Allerdings ist dieser Blitzer auch erst seit dem 21. Oktober in Betrieb „und viele Autofahrer hatten sich da schon an das Gerät gewöhnt. Generell ist feststellbar, dass gerade in den ersten Wochen die Zahl der Verstöße sehr hoch ist”, so Bunge.

Die Aufstellung der drei neuen stationären Geräte in Nienhagen und Grünewald hat rund 150.000 Euro gekostet. Der Landkreis verwahrt sich allerdings gegen die Vorwürfe der Abzocke von Autofahrern. Landrat Klaus Wiswe meinte bei der Vorstellung der Zahlen, dass „wir regelmäßig Schreiben bekommen, in denen das behauptet wird. Es ist aber schon frappierend zu sehen, wie die Unfallhäufigkeit an den Stellen, an denen solche Geräte aufgestellt werden, zurückgehen.”

Maren Bunge untermauerte diese Aussage mit Zahlen. So habe es auf der der neuen Umgehung seit der Eröffnung 22 Unfälle gegeben. „57 Prozent davon waren auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen”, so Bunge. Seitdem die Blitzer stehen, gab es keinen einzigen.

Zudem verwende der Landkreis nur fünf Kameras in den zehn Blitzern, die derzeit betrieben werden. Es gehe um die Entschärfung von Unfalllinien, nicht ums abkassieren. Die Geräte würden auch ohne Kamera abschreckend sein. Die Innenteile würde in regelmäßigen Abständen getauscht.

Bunge widersprach auch dem oft gehörtem Vorwurf, die Mitarbeiter der mobilen Verkehrsüberwachung würden sich besonders an Orten hinstellen, die viel Geld einbringen. „Jede der rund 300 mobilen Messstellen hat einen Hintergrund und wird genau betrachtet. Gründe für eine Untersuchung zu neuen Messstellen können zum Beispiel Unfälle oder auch Wünsche von Anwohnern sein”, so Bunge. Zusätzlich spielen langfristige strategische Planungen eine Rolle. So gibt es verstärkte Kontrollen an den Kindergärten und Schulen und derzeit wird auch überlegt, wie die Zahl der Unfälle abgesenkt werden können, bei denen die Autofahrer gegen einen Baum gefahren sind.

Der Landkreis plant laut den Vorgaben im aktuellen Haushaltsplan für 2014 mit rund 55.000 Verkehrsverstößen im Jahr. Darunter fallen laut Bunge zum großen Teil die Tempoverstöße, aber auch andere Ordnungswidrigkeiten wie das Überfahren einer roten Ampel oder Telefonieren am Steuer. Anfang Dezember dieses Jahres hatte der Kreis 44.000 Ordnungswidrigkeiten registriert.

Tore Harmening

Von Tore Harmening