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Celle Stadt Schüler des Celler KAV-Gymnasiums entdecken Stolpersteine
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schüler des Celler KAV-Gymnasiums entdecken Stolpersteine
17:06 28.01.2014
Von Christopher Menge
Sabine Maehnert (links) berichtet den KAV-Schülern über die Schicksale, an die die Stolpersteine erinnern. Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

Fünf Stolpersteine vor einem Haus in der Bergstraße erinnern an die Schicksale einer jüdischen Familie, die während des Holocaust aus Celle deportiert und in Ausschwitz ermordet wurden. Eine Gruppe von Schülern des KAV-Gymnasiums machte sich gestern auf den Weg durch die Celler Innenstadt, um etwas über die Schicksale dieser Familie und anderer Opfer des Nazi-Regimes zu erfahren. Im Rahmen des Holocaust-Gedenktages veranstaltete das Celler Gymnasium für die Zehntklässler einen zweitägigen Workshop.

„Ich selber bin noch nicht mit Rechtsextremismus in Berührung gekommen“, sagte Schülerin Luisa Dabroschke, „aber in den Nachrichten sieht man ja immer wieder Vorfälle, daher ist es gut, dass der Holocaust nicht vergessen wird. Die Stolpersteine sorgen dafür, dass man sich Gedanken macht.“ Zwei weitere Workshops griffen daher auch das Thema „Rechtsextremismus heute“ auf. „Wir waren über manche Liedtexte sehr erschreckt“, sagte ein Schüler bei der Präsentation der Ergebnisse im Beckmann-Saal. Auch über die Strategien von rechten Gruppen machten sich die Schüler Gedanken. Oft seien Feiern, Konzerte oder CDs der erste Berührungspunkt mit dem Rechtsextremismus.

Sabine Maehnert, Leiterin des Stadtarchivs der Stadt Celle, hatte einigen Schülern zuvor die Synagoge in Celle gezeigt und etwas über die Geschichte der jüdischen Gemeinde erzählt. Die ersten von ungefähr 50 Stolpersteinen in Celle waren am 16. April 2004 im Kreise 23 – neben der Synagoge – verlegt worden. „Dadurch haben die Nachfahren einen Ort, an dem sie an sie an ihre verstorbenen Angehörigen denken können“, sagte Maehnert.

Am Montag hatten die zehnten Klassen des KAV-Gymnasiums bereits das Konzentrationslager in Bergen-Belsen besucht. Neben dem Workshop „Stolpersteine“ gab es auch Angebote, die sich mit der Lyrik, der Kunst und Frauen in Konzentrationslagern beschäftigten.