Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Schülerbeförderung sorgt weiter für Ärger im Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schülerbeförderung sorgt weiter für Ärger im Landkreis Celle
18:42 20.02.2014
Die Frage, ab wann die Schülerbeförderung - im Landkreis Celle kostenlos ist, sorgt weiter für Ärger. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Die SPD wollte mit einem Antrag erreichen, dass diese Entfernungsgrenze zumindest auf vier Kilometer gesenkt wird, nachdem der gesamte Einschluss von Ortschaften, durch die diese Entfernungsgrenze verläuft, schon nicht zustande gekommen war. Die Verwaltung lehnte aber auch das mit Hinweis auf zu hohe Folgekosten ab. „Eine Absenkung der Mindestentfernung auf das Antragsziel für alle Klassenstufen des Sekundarbereiches I würde dazu führen, dass zusätzlich 497 Schüler der Klassen 7 bis 10 einen Anspruch auf kostenfreie Schülerbeförderung erhielten“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Bei einem durchschnittlichen Preis von 465,30 Euro für Schülersammelzeitkarten der Tarifstufen 1 und 2 würden sich für den Landkreis Celle damit Mehraufwendungen in Höhe von rund 23.000 Euro ergeben.

Annette von Pogrell (SPD) fand diese Vorlage „bedauerlich, denn es ist die absolute Untergrenze dessen, was wir uns vorstellen können.” Ein Flächenlandkreis wie Celle sollte die Beförderung anders handhaben. Zudem würden Kinder heute immer früher eingeschult, so dass von der Regelung teilweise Elf- oder Zwölfjährige betroffen sein. Mathias Pauls (SPD) meinte, mit dem Kostenargument ließe sich Bildung im Landkreis Celle auch totsparen.

Die CDU wies diese Unterstellung zurück. „Man kann nun wirklich nicht davon sprechen, dass wir bei der Bildung sparen angesichts von einem höheren Budget für Schulbegleiter, Investitionen in Gebäude und Schulsozialarbeit”, sagte Susanne Führer. Daher sei eine solche Äußerung von Pauls daneben. Zudem sei es Populismus, immer ein bisschen mehr zu fordern als es gerade schon gibt.

Führer zeigte sich allerdings unzureichend informiert über die Frage, wann denn die Kosten auch innerhalb der Grenzen übernommen werden. So ging sie und offenbar weitere CDU-Mitglieder davon aus, dass zum Beispiel Kinder von Hartz-IV-Empfängern diese Kosten erstattet kriegen, wenn die Eltern doch ein Ticket kaufen, weil die Schule vier Kilometer weit entfernt liegt. Das ist aber nicht der Fall, wie Schulamtsleiter Reinhard Toboll noch einmal klarstellte.

Für die SPD ist das nicht zumutbar. „Wir fahren morgens einen halben Kilometer mit dem Auto, um Brötchen zu holen, wollen es aber Kindern zumuten, bei jedem Wetter mit dem Rad zu fahren oder wenn sie keins haben, zu Fuß zu gehen.”

Hier widersprach die CDU aber ebenfalls. „Den Schulweg zu finanzieren, ist keine Investitionen in die Bildung”, sagte Stefan Pattloch. Für diese Aussage musste er sich von Bernd Zobel (Grüne) vorwerfen lassen, er habe „einen sehr engen Bildungsbegriff”. Die Grünen unterstützen den SPD-Antrag auf Absenkung der Mindestentfernung.

Ulrich Kaiser von der WG räumte zwar ein, dass die Situation nicht befriedigend sei, besonders in der Winterzeit. „Wir sollten aber jetzt nicht leichtfertig wieder mehrere 100.000 Euro ausgeben.“ Er regte vielmehr ein großes Paket Bildung an, in dem es auch um die Frage von kindgerechten Schulwegen gehen könnte. Beispielhaft nannte er beleuchtete Radwege. Ob die dann aber billiger kämen, ist die Frage.

Der Antrag der SPD wurde am Ende mit den Stimmen von WG, CDU und FDP abgelehnt.

Von Tore Harmening