Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Schulbezirke: Celler FDP allein auf weiter Flur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schulbezirke: Celler FDP allein auf weiter Flur
16:41 08.06.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Frank Rumpenhorst
Celle Stadt

Keinen Änderungsbedarf an der Regelung sieht die Fraktion von Wählergemeinschaft/Die Partei. Fraktionsvorsitzender Torsten Schoeps: "Grundschulkinder sollen noch Kinder sein dürfen und nicht schon durch Profilbildung, Helikopter-Eltern und Elitebildung in ihrer normalen Entwicklung beeinflusst werden", wendet sich Schoeps gegen eine zu frühe Schwerpunktbildung. Außerdem: "Die grundsätzliche Beschulung im Wohnschulbezirk ist richtig und wichtig." Schulfreunde wohnten in der unmittelbaren Nachbarschaft. "Darüber hinaus stellt eine Schulbezirksregelung sicher, dass alle sozialen und ethnischen Gruppen des Bezirks zusammengeführt werden können. Hier wird somit von klein auf gegenseitige Toleranz erlernt. Die Pflichtschule erfüllt damit eine wichtige integrative Funktion", meint Schoeps.

Ein klares Bekenntnis zu dem Prinzip „Kurze Wege für kurze Beine“ kommt von den Unabhängigen und den Grünen. "Die schulpflichtigen Kinder aus einem bestimmten Schulbereich müssen ersten Zugriff zu der Schule erhalten, die ihrem Wohnsitz am nächsten ist", sagt Unabhängigen-Fraktionsvorsitzender Udo Hörstmann. Ein ausgeprägter „Schultourismus“, bei dem Eltern ihre Kinder durch die ganze Stadt fahren müssen, dürfe nicht stattfinden. Nichtsdestotrotz könnten freie Kapazitäten vergeben werden, so Hörstmann. Und Bernd Zobel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betont: "Laut Bertelsmann-Studie verschärft eine freie Grundschulwahl die vorhandene soziale und ethnische Trennung der Schüler weiter. Eltern müssen immer Zugriff auf die Grundschule in ihrem Wohnbezirk haben."

Für die SPD-Fraktion bleibt es bei der Ablehnung aus dem Jahre 2015, "weil die Argumente, wie sie die Verwaltung damals in ihrer Vorlage geschildert hat, geblieben sind. Offensichtlich versucht die FDP nun unter einer neuen Verwaltungsspitze, ihre Klientelpolitik auf dem Rücken der Kleinsten erneut durchzusetzen", sagt Reinhold Wilhelms, SPD-Mitglied im Schulausschuss. Seit Jahren gebe es eine gute Zusammenarbeit von Kindergarten und Schule. "Soll diese ausgehebelt werden?“, fragt Wilhelms. Außerdem: "Für uns als SPD ist jedoch noch wichtiger, dass es einheitliche Bildungsgänge und –chancen für alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gibt.“ Es dürfen und sollten keine Brennpunktschulen in Celle entstehen.

Hat sich so bereits eine breite Front gegen den FDP-Antrag gebildet, wäre die FDP auf jeden Fall im Celler Rat auf die Stimmen der CDU angewiesen. Doch die hat sich noch nicht entschieden. CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: "In einem Antrag vom 5. April hat die CDU-Fraktion die Verwaltung gebeten, die Satzung über die Einteilung von Schulbezirken vorzulegen und zu erläutern. Bisher wurde diese Satzung noch nicht vorgelegt. Erst in Kenntnis der Satzung – sofern es eine gibt – werden wir uns dazu äußern."