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Celle Stadt Schuldenstand bereitet Landkreis Celle Sorgen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schuldenstand bereitet Landkreis Celle Sorgen
12:23 21.11.2017
Von Simon Ziegler
Für die Erneuerung von Straßen im Kreisgebiet hat der Landkreis im Haushalt 2018 knapp 900.000 Euro eingeplant.  Quelle: Maren Schulze
Celle

Der Kreis will in Eigenregie die Gebiete mit schnellem Internet versorgen, die bisher unterhalb der Leistung von 30 MBit liegen. Das sind zum Beispiel Winsen, Dalle, Garßen oder Teile von Wathlingen. Dazu soll für 43 Millionen Euro ein Glasfasernetz verlegt werden. Sieben Millionen Euro trägt der Landkreis selbst. Demnächst soll ein Betreiber ausgewählt werden, der dann in die Kundenakquise geht. Haben genügend Kunden Verträge abgeschlossen, kann mit dem Bau des Glasfasernetzes begonnen werden.

Das Großprojekt spielt im Haushalt 2018 noch keine Rolle, weil es erst 2019 verbucht wird. Zu den finanziell größten Brocken im kommenden Jahr zählen ein Zuschuss zum Neubau der Winser Sporthalle (drei Millionen), die Sanierung von Trakt 5 der Axel-Bruns-Schule (2,2 Millionen Euro) und die Modernisierung der Oberschule Wathlingen (1,5 Millionen Euro). Für die Erneuerung von Straßen im Kreisgebiet sind knapp 900.000 Euro vorgesehen.

Der Abbau von Schulden bleibt im Kreis Celle eine der ganz großen Herausforderungen. Ende 2018 soll der Schuldenstand 170 Millionen Euro betragen. Bis 2021 werden die Verbindlichkeiten auf 204 Millionen Euro ansteigen – trotz guter Konjunktur und historisch niedriger Zinssätze. Kein anderer Landkreis in Niedersachsen hat höhere Schulden als Celle. Wiswe führt das darauf zurück, dass der Kreis für alle weiterführenden Schulen verantwortlich ist, was niedersachsenweit die Ausnahme sei. Der Landkreis mache quasi stellvertretend für die Gemeinden Schulden. "Ich hoffe, dass wir mittelfristig in der Lage sind, unsere Schulden zurückzufahren", erklärte Wiswe. An den Bildungseinrichtungen sollen in wenigen Jahren die größten Bauvorhaben realisiert sein. "In zwei, drei Jahren hat jede Schule ihre Mensa", so der Landrat.

Der Etat 2018 sieht ein Plus von 3,7 Millionen Euro vor. Die Wirtschaftslage ist gut, auch den meisten Gemeinden im Kreisgebiet geht es deutlich besser als vor einigen Jahren. In der Kreispolitik immer wieder Thema sind die steigenden Personalkosten an der Trift. 2018 sind rund 49 Millionen Euro für diesen Posten eingeplant. Anders gesagt: Als Wiswe 1999 Landrat wurde, hatte der Landkreis 400 Mitarbeiter. Heute sind es fast 900. In nahezu allen Sparten würden heute mehr Mitarbeiter benötigt, etwa im Veterinärbereich und im Verbraucherschutz.

Der Hebesatz der Kreisumlage, also der Satz, den die Kommunen an den Kreis überweisen, soll im Jahr 2018 bei 50,5 Prozent bleiben. Eine größere Diskussion um die Höhe der Umlage ist in der Politik bisher ausgeblieben. Der Etat soll am 19. Dezember im Kreistag verabschiedet werden.