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Celle Stadt Schulreform: CDU trifft auf verunsicherte Eltern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schulreform: CDU trifft auf verunsicherte Eltern
17:30 16.02.2012
Von Gunther Meinrenken
CDU Westercelle informiert ¸ber Schulreform. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Ist die Oberschule wirklich der Heilsbringer für die Hauptschüler? Wann wird endlich entschieden, welche Schüler der künftigen Oberschulen an den Außenstellen unterrichtet werden? Wie wird die Mitwirkung der Eltern gewährleistet? Es war eine ganze Reihe von Fragen, die am Mittwochabend auf Hannelore Fudeus und Joachim Müller einprasselten. Das CDU-Mitglied im städtischen Schulausschuss und der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Kreistag hatten sich erstmals nach dem Beschluss zur Schulstrukturreform den Fragen von Eltern gestellt. Etwa 30 Erziehungsberechtigte waren ins Alte Schützenhaus in Westercelle gekommen. Konkrete Antworten erhielten sie in vielen Fällen nicht.

Die CDU Westercelle hatte zu der Veranstaltung eingeladen, um aus erster Hand Informationen über die Schulstrukturreform zu erhalten. Ist doch der Stadtteil auch betroffen, werden ab dem kommenden Schuljahr die Realschule Westercelle und die Hauptschule Heese Süd zusammen eine der drei Oberschulen im Stadtgebiet bilden.

Zunächst machte sich Müller jedoch daran, die Hintergründe für die Schulstrukturreform zu erläutern. Demografischer Wandel, die nicht mehr nachgefragte Hauptschule oder auch der Wunsch der Eltern nach einer Gesamtschule seien die maßgeblichen Gründe, um die Schullandschaft im Landkreis Celle zu verändern. Müller betonte, dass die neuen Regelungen nur diejenigen Schüler träfen, die zum kommenden Schuljahr eingeschult würden. „Alle anderen machen ihre Schullaufbahn normal weiter“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, der ganz nebenbei erwähnte, dass er die Einführung einer Gesamtschule in Celle nicht als Unglück empfinde. „Wenn die Nachfrage da ist, wird es zurecht eine Gesamtschule geben“, sagte Müller.

Fudeus erläuterte den Zuhörern noch einmal den zeitlichen Ablauf der Schulstrukturreform, von der Erstellung des Gutachtens bis hin zur Klage der Stadt und den Mitte Januar gefundenen Kompromiss zwischen Stadt und Landkreis Celle. Die CDU-Ratsfrau bemühte sich sichtlich, den Ruf ihrer Partei gerade bei den Gymnasien zu retten. „Wir sind für den Erhalt der gymnasialen Vielfalt. Wir würden gerne alle vier Gymnasien erhalten“, so Fudeus, die ein „wenn es machbar ist“, hinterher schickte. Sie und Müller könnten sich durchaus vorstellen, dass es irgendwann einmal zwei Gymnasien unter einem Dach geben werde, quasi ein KAV-Ernestinum oder so ähnlich.

Die anwesenden Eltern waren eher an pragmatischen Aspekten interessiert. Bleiben die Lehrer an den Schulen? Wie soll denn der Unterricht gestaltet werden? Die Antwort, die Fudeus darauf parat hatte, fiel nicht nur einmal: „Man muss es sehen.“

Mehrmals wurden die beiden Lokalpolitiker damit konfrontiert, dass man die Eile bei der Einführung der Oberschule nicht begreife. „Warum wird jetzt überstürzt gehandelt. Die Eltern müssen sich doch erst einmal über viele Punkte im Klaren werden“, kritisierte ein Elternvertreter. Doch nach Ansicht von Müller wäre nichts damit gewonnen, wenn man noch ein Jahr warten würde. „Was wäre denn besser?“, fragte er in die Runde und erhielt prompt die Antwort: „Die Schulen wären besser vorbereitet.“ „Das glaube ich nicht. Die Tüchtigen schaffen das“, so Müller.

Die Eltern ließen sich dadurch freilich nicht beruhigen. Sie stehen vor ganz konkreten Problemen. Etwa der Frage, wie die Oberschulen die Schüler auf die Haupt- und auf die Außenstelle aufteilt. Ein wichtiges Thema in Westercelle, da die Außenstelle an der jetzigen Hauptschule Heese-Süd liegt. Und das bedeutet einen weiteren Schulweg, als die Kinder etwa an die Oberschule Burgstraße zu schicken. So brachte ein Vater auf den Punkt, was viele dachten und was den Schulplanern noch richtig in die Parade fahren könnte. „Am besten schickt man seine Kinder aufs Gymnasium. Da hat man Sicherheit.“