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Celle Stadt Schulsozialarbeiter: Stellen im Landkreis Celle fallen künftig weg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schulsozialarbeiter: Stellen im Landkreis Celle fallen künftig weg
17:46 17.02.2014
Die Schulsozialarbeiter vermitteln unter anderem bei Konflikten in den Schule. Quelle: Martin Schemm / pixelio.de
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In Celle geht es um neun ganze Stellen, verteilt über je eine Viertelstelle pro Schule. „Wir haben mit den uns zur Verfügung stehenden 1,4 Millionen Euro die ohnehin vorgesehene 75 Prozent-Stelle pro Schule aufgestockt”, erklärte Schulamtsleiter Reinhard Toboll. Diese Förderung laufe nun aus und der Kreistag habe beschlossen, die Kosten nicht zu übernehmen.

Ein schwierige Streichung angesichts der immer weiter zunehmenden Aufgaben wie aktuell der Inklusion. Manfred Busch, Landesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer und selbst Schulleiter an der Oberschule I in Celle, prognostiziert, dass die Viertelstelle „gewaltig fehlend wird. Die Schulsozialarbeiter haben ein breites Spektrum an Aufgaben wie Inklusion, Arbeitsfindung und Berufseinstieg. Die Lehrer waren froh, dass die Stelle ausgeweitet wurden”, sagt der Landesvorsitzende.

Auch an den Gymnasien hätten es die Schulleitungen gerne gesehen, wenn die Stellen weiter in vollem Umfang erhalten blieben. Dem Vernehmen nach haben sich mehrere Direktoren mit der Bitte an den Landkreis gewandt, diese Stelle zu erhalten. Einer von ihnen ist Hubertus Bühmann vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Lachendorf. „Wir haben immer mehr Kinder, bei den die Eltern Leistungsempfänger sind. Diese haben teilweise Probleme, Hilfen wahrzunehmen”, sagt Bühmann. Dabei gehe es um Dinge wie günstiges Schulessen oder auch Zuschüsse zu Klassenfahrten. Hier helfen die Sozialarbeiter und machen auch Hausbesuche. Außerdem sei die Hemmschwelle für Eltern bei den Sozialarbeitern niedriger als wenn sich sich Lehrern offenbaren müssten. Die Schule in Lachendorf hält die Arbeit für so wichtig, dass sie die Viertelstelle jetzt zunächst aus eigenem Budget weiter finanzieren will.

Nicht alle Kommunen haben sich so entschieden wie der Landkreis Celle. Rund die Hälfte der Städte und Kreise in Niedersachsen hat laut einer Umfrage entschieden, alle Schulsozialarbeiter unverändert weiter zu beschäftigen. Wie Landrat Klaus Wiswe in einer Antwort an die Direktoren der Schulen schrieb, hält er es nicht für sinnvoll, Aufgaben von Land und Bund in diesem Fall zu übernehmen.

Von den ursprünglich vorhandenen Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sind laut Toboll inzwischen noch 340.000 Euro übrig. Das wird nicht mehr für alle Schulen reichen. Die Verwaltung will der Politik im Schulausschuss am Donnerstag, 20. Februar, 14.30 Uhr vorschlagen, wie das restliche Geld verteilt werden soll.

Von Tore Harmening