Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Schulze „ahnt Böses“ / Langspecht: Alles geregelt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schulze „ahnt Böses“ / Langspecht: Alles geregelt
13:24 24.11.2010
Von Michael Ende
Skizze der geplanten Y-Trasse Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

CELLE. „Es darf nicht unwidersprochen bleiben, wenn zwei sogenannte Spitzenpolitiker ihre politische Fahne immer in die Windrichtung hängen, die ihnen gerade passt“, sagt der Celler SPD-Ratsfraktionsgeschäftsführer Joachim Schulze und meint die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinrich Langspecht und Thomas Adasch. Noch vor zwei Jahren hätten sie sich genau wie der damalige Celler FDP-Abgeordnete und heutige Wirtschaftsminister Jörg Bode vehement gegen die geplante Y-Trasse ausgesprochen. Bode hatte 2008 die Gefahr geschildert, dass Personenschnellzüge auf die neue Strecke und damit weg von Celle verlagert würden.  Deshalb sei es eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe, sich dafür einzusetzen, dass auch künftig ICE-Züge in Celle stoppen und auch weiterhin alle IC-Züge über Celle und Lüneburg nach Hannover beziehungsweise Hamburg fahren, so Bode damals.

Dass Bode, Langspecht und Adasch diese damaligen Einsichten nicht mehr teilen, lasse „Böses ahnen“, meint Schulze: „Nicht die Interessen der Bürger unserer Stadt und unseres Landkreises werden vertreten, sondern ausschließlich offensichtlich die der Bahn-AG und der amtierenden CDU/FDP-Landesregierung.“ Wenn dieser „unsäglichen Entwicklung nicht Einhalt geboten“ werde, bestehe die Gefahr, dass Celle „aufs Abstellgleis gestellt“ werde.

„Unsere heutigen Aussagen stehen zu denen aus dem Jahre 2008 in keinem Widerspruch“, kontert Langspecht „Zwischenzeitlich ist die Ausgangslage eine andere. Zum einen hat uns Bahnchef Rüdiger Grube nun genau das schriftlich zugesagt, was wir seinerzeit eingefordert haben. Zum anderen ist die DB aufgrund des Bedarfs im Güterverkehr von der bisherigen Planung abgerückt, die Y-Trasse primär für den Hochgeschwindigkeitsverkehr zu nutzen. Im Gegensatz zur SPD haben wir frühzeitig und mit Erfolg die Celler Interessen gegenüber der DB vertreten.“

Adasch rät Schulze, nicht weiter „grundlos Ängste mit längst überholten Befürchtungen über ausgeräumte Probleme“ zu schüren, sondern sich mit der aktuellen Sachlage zu beschäftigen: „Wir sind bei Bedarf gern bereit, Herrn Schulze die zugegebenermaßen recht komplexen Zusammenhänge zu erklären.“