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Celle Stadt Schwelgen in Jazzkeller-Sphären
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwelgen in Jazzkeller-Sphären
18:22 22.12.2013
Sie machten den Anfang bei der Weihnachts-Oldtime-Session: - die Jazz-Youngsters unter der Leitung von Rudolf Markfort (links). Quelle: Alex Sorokin
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Es ist schade, wenn man von all dem, was sich auf der Bühne abspielt, „nur“ die Musik mitbekommt, weil die informativen Ansagen und launigen Moderationen im ständig steigenden Geräuschpegel des Publikums untergehen. Weder die Namen der Akteure noch hintergründige Anmerkungen zum Programm kamen an, wenn man nicht gerade in unmittelbarer Nähe eines Lautsprechers war.

Doch die spannende Mischung aus Hot Jazz, Dixie, Blues, Junglestyle, Swing und New Orleans, die unter der Leitung von Ekkehard Bühring bei der Weihnachts-Oldtime-Session der Neuen Jazzinitiative das zum Bersten gefüllte Kulturbistro „Kunst & Bühne“ durchpulste, lieferte den begeisterten Zuhörern auch ständig neuen Gesprächsstoff zwischen Jazz-Klassikern und innovativen Improvisationen.

Auch „exotische“ Instrumente wie das Sousafon, diese herrlich blubbernde Tuba-Variante, die sich wie eine Python um den Oberkörper des Spielers schlingt, sorgten – etwa beim „St. James Infirmary Blues“ – für anregende Fachsimpeleien. So entwickelte sich eine ausgelassene Jazz-Party. Und ein unterhaltsamer Abend, der in jeglicher Hinsicht aus der Zeit fiel, nahm seinen vergnüglichen Lauf. Ob „Wild Cat Blues“ oder „Hello Dolly“, ob „Savoy Blues“ oder „Sweet Georgia Brown“ – in der Berührung mit dem Publikum reiften die durch mitreißende Improvisationen aufgepeppten nostalgischen Stücke noch einmal nach.

Die strahlenden Riffs und butterweichen Tupfer der Blechbläser vor dem dunkel fließenden Hintergrund von Bass und Keyboard, durchtränkt von zauberhaft melodiösen Akzenten der Klarinette und charakteristischem Banjo-Sound, schufen eine treffliche Atmosphäre, um sich zum Schwelgen in einstige Jazzkeller-Sphären davontragen zu lassen. Und wie von selbst gruppierten sich schließlich Jung und Alt auf der Bühne zu einer schier überschäumenden Kollektiv-Improvisation zwischen pfiffigen Unisono-Passagen und begeisternd ineinander verzahnten Melodieführungen.

Rolf-Dieter Diehl

Von Rolf-Dieter Diehl