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Celle Stadt Schwerstverletzte besser versorgt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwerstverletzte besser versorgt
12:27 13.12.2011
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Im sogenannten Trauma-Netzwerk Nordost-Niedersachsen haben sich acht Kliniken zusammengeschlossen, um die bestmögliche Versorgung von Schwerverletzten zu gewährleisten – täglich rund um die Uhr und unter standardisierten Qualitätsmaßstäben. Als überregionales Zentrum fungieren dabei das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Celle und das Klinikum Braunschweig. Eine regionale Funktion erfüllen die Kliniken Gifhorn, Salzgitter, Uelzen und Wolfsburg. Zu den lokalen Traumazentren gehören die Krankenhäuser in Helmstedt und Wolfenbüttel.

Jedes Jahr erleiden mehr als 35.000 Menschen in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Entscheidend sind die Rettungsdauer und die zeitnahe individuelle Versorgung in spezialisierten Kliniken. Bei mehreren gleichzeitig geschehenen Verletzungen sprechen Experten von einem Polytrauma. Es ist eine der Hauptursachen von Todesfällen und Erkrankungen in den Altersklassen unter 45 Jahren.

Nach Angaben von Professor Hans-Jörg Oestern aus der AKH-Unfallchirurgie behandelt das Celler Klinikum rund 50 bis 100 Schwerstverletzte pro Jahr. Seinen Angaben zufolge bietet der Verbund gerade kleinen Kliniken Vorteile. Sind dort beispielsweise Ärzte bei der Versorgung eines Schwerstverletzten überfordert, können sie sich ans AKH wenden. Dort gibt es ein zentrales Trauma-Telefon. Das AKH kümmert sich dann um die Verlegung des Patienten. „Das ist eine Entlastung der Kollegen in kleineren Häusern", erläutert Oestern. Viel Zeit könne dadurch eingespart werden. Bei der Kooperation geht es aber auch darum, Untersuchungsbilder zu begutachten und mögliche Behandlungen durchzusprechen. Außerdem ermöglicht das AKH Hospitanzen für Ärzte aus anderen Kliniken.

„Die Vorbereitungen bis zur Zertifizierung haben drei Jahre gedauert", fügt Oestern hinzu. Zunächst prüfte ein externes Unternehmen die einzelnen Kliniken. Das AKH bekam seine Zertifizierung am 31. August 2010. Ein Aspekt war dabei, dass verschiedene Behandlungsverfahren rund um die Uhr gewährleistet sein müssen. Seit dem 6. Dezember dieses Jahres ist nun der gesamte Verbund zertifiziert. Insgesamt gibt es deutschlandweit 27 Trauma-Netzwerke, die zusammenarbeiten.

Durch den Zusammenschluss der acht Kliniken in der Region Nordost-Niedersachsen soll sichergestellt werden, dass jeder schwerverletzte Patient innerhalb von 30 Minuten in einer geeigneten Einrichtung aufgenommen wird.

„Mit der Gründung und Zertifizierung des Traumanetzwerkes Nordost-Niedersachsen haben wir einen Meilenstein erreicht, damit alle Unfallopfer in der Region die bestmögliche Versorgung erhalten, unabhängig davon wann und wo sie verunglückt sind," sagt Enno Gosling, Leiter der Abteilung Gesundheit im Niedersächsischen Sozialministerium.