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Celle Stadt Schwierige Zeiten für Obama
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwierige Zeiten für Obama
20:21 11.11.2010
Celle Stadt

Barack Obama hat es gegenwärtig nicht leicht. Vor zehn Tagen erlitt er eine deutliche Niederlage bei den US-Kongresswahlen. Und auch außenpolitisch läuft für den amerikanischen Präsidenten längst nicht alles wie gewünscht.

Gestern beispielsweise musste Obama beim G20-Gipfel in Seoul erleben, dass sein Vorschlag, die deutschen und chinesischen Exporte durch Quoten zu begrenzen, noch nicht einmal ernsthaft diskutiert wurde, sondern von Anfang an auf Ablehnung stieß. Was blieb dem angeblich mächtigsten Mann der Welt da anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen und sich mit einer unverbindlichen Absichtserklärung zufrieden zu geben? Nicht nur Bundeskanzlerin Merkel und die chinesische Regierung betrachten die amerikanischen Versuche mit Argwohn, die eigenen wirtschaftlichen Probleme auf Kosten der anderen Länder zu lösen. 600 Milliarden Dollar hat die US-Notenbank gedruckt und auf den Markt geworfen. Die zusätzlichen Dollars sollen die inländische Konjunktur ankurbeln. Sie schwächen aber auch den Wert der US-Währung. Damit machen sie wiederum amerikanische Ausfuhren billiger – zum Schaden der Konkurrenz.

Angela Merkel sagt unmissverständlich, was sie von solchen Manövern hält: nicht viel. Kein Mensch könne Interesse „an neuen Blasen haben“, meint die Kanzlerin zur Dollarschwemme und weist indirekt darauf hin, das auch die jüngste Wirtschaftskrise ihren Ursprung in den USA hatte – in der Spekulation mit amerikanischen Immobilien und Hypothekenkrediten. Obama versucht verzweifelt, die verheerenden Folgen der Krise in seinem Heimatland in den Griff zu bekommen. Doch spätestens in Seoul wird ihm aufgegangen seien, dass er die amerikanische Wirtschaft nicht gegen den Willen und auf Kosten der anderen Länder sanieren kann. Michael Regehly

Von Michael Regehly