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Celle Stadt Schwimmbäder auf modernem Stand Celle steht gegen bundesweiten Trend
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwimmbäder auf modernem Stand Celle steht gegen bundesweiten Trend
17:37 09.02.2010
Celle Stadt

Rund vier Milliarden Euro müssten investiert werden, um deutschlandweit die augenblicklichen und gravierenden Schäden in öffentlichen Schwimmbädern zu beheben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie die der „Gut-Nass“ Verein erstellt hat.

„In fast jedem öffentlichen Schwimmbad besteht heute die dringende Notwendigkeit, zu investieren. Teilweise kann es bis in den zweistelligen Millionenbereich gehen“, sagt Frank Baumgarten von „Gut-Nass“. „Engagierte Verwaltungen sind zur Untätigkeit verdammt, weil die jeweiligen Parteien lieber eine Immobilie kaputt diskutieren. Außerdem versuchen immer mehr Gemeinden, das Problem auszusitzen, weil die Kassen leer sind“, fasst Baumgarten zusammen. Eine Stichprobe bei den Bädern im Celler Land zeigt allerdings: Von Endzeitstimmung kann um die Residenzstadt kaum die Rede sein. Trotz klammer Finanzen arbeiten die Kommunen aktiv daran, attraktive Bäder für ihre Bürger vorzuhalten.

●Winsen: Mit jährlichen Unterhaltsarbeiten wird das Schwimmbad in Schuss gehalten. Wolfgang Hoffmann, Prokurist der Betreibergesellschaft, ist vom reibungslosen Betrieb überzeugt. „Wir hatten einige Lose Teile am Beckenkopf, die wurden aber fachmännisch wieder eingesetzt und damit ist es gut.“ Derzeit ist er noch auf der Suche nach einer passenden Blockheizkraftwerk-Anlage. „Da sind wir aber unter keinem Zeitdruck. Die momentane Anlage läuft tadellos, wir wollen aber modernisieren aus wirtschaftlichen und Umweltaspekten.“

●Wietze: Aktuell wurden 200000 Euro in den Haushaltplan der Gemeinde eingestellt, um die Heizungsanlagen der Sporthalle und des Bades zu sanieren. „Uns allen ist klar, dass die 30 Jahre alte Technik das Damoklesschwert ist“, sagt Bürgermeister Wolfgang Klußmann. „Natürlich gibt es verschiedene Baustellen im Bad.“ Die neue Heizung sei der erste Schritt einer ganzen Reihe von Sanierungarbeiten, um das Bad modern zu halten.

●Faßberg: „Rund 300000 Euro haben wir in den vergangenen Jahren investiert, damit sind wir technisch auf dem neuesten Stand“, sagt Winfried Hoff mit Blick auf das Freibad Herrenbrücke. „Einzig die sanitären Anlagen müssten noch aufgebessert werden, das sind aber eher kosmetische Arbeiten.“

●Papenhorst: „Wir wollten etwas nachhaltiges schaffen und modernisieren das Bad, damit es noch attraktiver für Familien wird“, sagt Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube. Rund 1,5 Millionen Euro nimmt man dafür in die Hand. Parteiübergreifend habe man sich für das Bad ausgesprochen. Diese Haltung ist eine klare Ansage gegen das Studien-Ergebnis. Grube: „Betriebswirtschaftlich gesehen muss man sich Bäder wirklich leisten wollen und genau das tun wir.“ Mit der Sanierung des Bades befasst sich unter anderem auch der Ausschuss für Samtgemeindewerke, Bäderwesen und Straßenbau heute um 17 Uhr im Ratssaal in Nienhagen.

Eine komplette Beckensanierung steht noch vor der Saison im Hohner Waldbad durch den Förderverein an. Auch kommunalen Schwimmbäder im Kreis Celle werden gut in Schuss gehalten. Um ein Badeaufsichtshäuschen (links) und die Sanierungspläne in Papenhorst geht es heute im Ausschuss in Nienhagen.

Von Björn Schlüter